Grüne Tiwag-Aufsichtsrätin trat zurück

9. Oktober 2015, 13:41
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Regula Imhof übt massive Kritik an Unternehmensentscheidungen und politischem Einfluss

Innsbruck – Die Grüne Vertreterin im Aufsichtsrat des landeseigenen Tiroler Energieversorgers Tiwag, Regula Imhof, ist mit sofortiger Wirkung von dieser Funktion zurückgetreten. Dies teilte Imhof am Freitag mit. In einem offenen Brief an die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung und den Aufsichtsrat des Landesunternehmens übte sie massive Kritik an Unternehmensentscheidungen sowie politischem Einfluss.

So würden etwa "Großinvestitionen mit Nachdruck vorangetrieben, ohne dass Risiko, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit ausreichend geprüft sind", schrieb die gebürtige Schweizerin in ihrem Brief. Politischer Einfluss unterbinde die Aufgaben des Aufsichtsrates, Gesetze würden einseitig zugunsten von Projekten der Tiwag abgeändert und interpretiert. Zudem würden rechtliche Verfahren, insbesondere das Naturschutzgesetz und die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), politisch beeinflusst, fuhr die nunmehrige Ex-Aufsichtsrätin fort.

"Verfahren politisch vorweggenommen"

Mehrere zentrale Entscheidungen auf politischer Ebene könne sie nicht mittragen, erklärte Imhof. Darunter würden die "unerklärliche Verordnung des Wasserwirtschaftlichen Rahmenplanes Tiroler Oberland der Tiwag", die "abschwächende Novelle des Naturschutzgesetzes" sowie der "unverständliche positive naturschutzrechtliche Bescheid der zur Wasserkraftanlage Tumpen-Habichen" im Tiroler Ötztal zählen. Mit politischen Vereinbarungen für den Ausbau der Wasserkraft würden derzeit die für Entscheidungen notwendigen rechtlichen Verfahren "politisch vorweggenommen oder im Nachhinein korrigiert".

Imhof beschwerte sich in ihrem offenen Brief auch, dass sie wochenlang keinen Termin bei Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) erhalten habe. Sie hätte dem Landeshauptmann ihre Beweggründe für den Rücktritt persönlich erläutern wollen. (APA, 9.10.2015)

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