Venedigs Bürgermeister will Klimts "Judith II" versteigern

9. Oktober 2015, 11:58
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Das Gemälde wird auf 70 Mio. Euro geschätzt, mit Verkauf von Meisterwerken möchte Gemeinde bis zu 400 Mio. Euro erlösen

Venedig – Der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, will sich von Kunstwerken aus den Museen seiner Stadt trennen, um die Schulden einzudämmen. So will er eine Serie von Meisterwerken versteigern, darunter Klimts "Judith II (Salome)" aus dem Jahr 1909.

Klimts Meisterwerk, das sich in der internationalen Galerie zeitgenössischer Kunst in Ca ´ Pesaro befindet, wird auf 70 Millionen Euro geschätzt, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" am Freitag. Brugnaro will die "Judith II" zusammen mit einem Gemälde von Chagall und anderen Werken versteigern, die nicht direkt mit Venedigs Geschichte und Kultur zusammenhängen. Damit hofft er bis zu 400 Millionen Euro zu erlösen.

Palazzi bereits verkauft

"Die Verschuldung belastet Italien und sein Wirtschaftsaufschwung. Wenn wir sie abbauen, befreien wir uns von einer riesigen Last. Venedig will ein Beispiel geben, dem andere Städte Italiens folgen könnten", sagte der Unternehmer Brugnaro, der im Juni zum neuen Bürgermeister Venedigs gewählt wurde. "Venedig bricht zusammen. Ich will nicht Touristen besteuern, weil das nicht meiner Kultur entspricht. Doch eine einmalige Stadt wie Venedig kann nicht Probleme dieser Dimension alleine meistern", so Brugnaro.

Allein in diesem Jahr hat die Gemeinde Verluste in Höhe von 64 Millionen Euro angesammelt. "Bald werden wir nicht einmal mehr Kindergärten finanzieren können", gab der Bürgermeister zu. Zuletzt hatte Venedig bereits einige prestigereiche Palazzi verkauft, um die Gemeindekassen aufzufüllen. (APA, 9.10.2015)

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