Ärzte ohne Grenzen: Noch 33 Vermisste nach Bomben auf Klinik

8. Oktober 2015, 22:41
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Rückkehr nach Kunduz für Hilfsorganisation zu unsicher

Kunduz – Nach dem Angriff auf eine Klinik der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) im afghanischen Kunduz werden noch immer 33 Menschen vermisst. Wie die Organisation am Donnerstag erklärte, fehlt von neun Patienten und 24 Mitarbeitern jede Spur. "Wir versuchen weiterhin, sie zu kontaktieren", hieß es in der Erklärung.

Es sei möglich, dass es in dem zerstörten Gebäude noch Leichen gebe, die noch nicht geborgen seien. Der MSF-Vertreter Guilhem Molinie sagte bei einer Pressekonferenz in Kabul, die Organisation stehe noch immer unter Schock. Derzeit könne MSF wegen der gefährlichen Lage auch nicht nach Kunduz zurückkehren.

Das Krankenhaus war am Samstag bei einem US-Luftangriff zerstört worden. Dabei wurden mindestens 22 Menschen getötet – zwölf MSF-Mitarbeiter und zehn Patienten. Zu dem Beschuss laufen bereits drei Untersuchungen: eine der US-Armee, eine der afghanischen Behörden und eine der Nato. Ärzte ohne Grenzen fordert eine unabhängige Untersuchung durch eine internationale humanitäre Ermittlungskommission. (red, APA, 8.10.2015)

  • Guilhem Molinie bei der Pressekonferenz in Kabul.
    foto: reuters/sobhani

    Guilhem Molinie bei der Pressekonferenz in Kabul.

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