Europaparlament beschließt Auflagen für Internet-Zahlungsdienste

8. Oktober 2015, 14:56
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Anbieter sollen bestimmte Sicherheitsauflagen erfüllen

Internet-Bezahldienste wie Paypal, Sofort oder Barzahlen.de sollen künftig kostengünstiger und sicherer werden. Darauf zielt eine Neuregelung ab, die das Europaparlament am Donnerstag verabschiedet hat. Sie ergänzt die bereits verabschiedete Richtlinie zu Zahlungsdiensten, welche die Gebühren für Kredit- und Debitkarten – wie die in Deutschland beliebten EC-Karten – deckelt.

Sicherheitsauflagen

Damit müssten Internet-Bezahldienste in der EU erstmals bestimmte Authentifizierung- und Sicherheitsanforderungen erfüllen, um auf Daten von Bankkunden zurückgreifen zu können, sagte der Berichterstatter, der italienische Christdemokrat Antonio Tajani.

Die Neureglung verpflichtet die Anbieter, die Daten nach der Zahlung sofort zu löschen und dem Kunden bei Fehlbuchungen den Betrag zu ersetzen. Die Einzelheiten sollen noch von der EU-Bankenaufsichtsbehörde EBA festgelegt werden. Ein Ziel sei, den Markt für neue Anbieter zu öffnen, sagte Tajani. Kunden erhielten im Internet-Handel somit mehr Wahlmöglichkeiten. Zudem könne mehr Wettbewerb auch zu einer Kostensenkung führen. Davon profitierten sowohl die Verbraucher als auch der Handel.

Gebührendeckelung

Grundsätzlich soll für Internet-Bezahldienste in der EU die gleiche Gebührendeckelung gelten, wie sie bereits für Kredit- und Debitkarten beschlossen wurde. Dies sind 0,3 beziehungsweise 0,2 Prozent des Rechnungsbetrags. Die Regelung für Kredit- und Debitkarten tritt nach Angaben des Europaparlaments Anfang kommenden Jahres in Kraft, die für Internet-Bezahldienste voraussichtlich im Herbst 2017.

Nach Erhebungen der EU-Kommission kaufen und zahlen derzeit gut ein Drittel der EU-Bürger im Internet. Die Gebühren, welche die Einzelhändler in der EU derzeit jährlich für Kartenzahlungen aufbringen, schätzt die Brüsseler Behörde auf rund 10 Mrd. Euro. Dieser Betrag soll durch die Deckelung um rund 6 Mrd. Euro reduziert werden. Das Europaparlament hofft, dass die Händler zumindest einen Teil der Einsparungen an den Kunden weitergeben. (APA/AFP, 8.10.2015)

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