KMU-Forschungspreise vergeben

8. Oktober 2015, 12:14
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Ausgezeichnete Verfahren reichen von Nano-Messungen bis zur Herstellung von Eisblumenglas

Wien – Eine neue Methode zur Produktion von Eisblumenglas, Nanosensoren und eine Anlage, in der Gitter für Stahlbeton automatisch gefertigt werden – diese Entwicklungen von KMU und Mitgliedsinstituten des Forschungsnetzwerks Austrian Cooperative Research (ACR) wurden Mittwochabend in Wien mit den ACR-Kooperationspreisen ausgezeichnet.

Der "Woman Award" ging an die Ingenieurin Anke Ristow. Die aus Deutschland stammende 45-jährige Maschinenbauingenieurin leitet das Labor für Tribologie, also Reibungslehre, am Forschungsinstitut V-Research in Dornbirn. Sie erhält die Auszeichnung für die Entwicklung eines Verfahrens, das es großen Baumaschinen erlaubt, gleich nach dem Start ihre volle Leistung abrufen zu können. Der hydraulische Energieaufwand lässt sich mit dem für den Schweizer Motorenhersteller Liebherr Machines Bulle entwickelten System um die Hälfte reduzieren.

Auf Nano-Ebene

Zusammen mit der Wiener Firma SCL-Sensor.Tech. Fabrication ist es Experten des Grazer Zentrums für Elektronenmikroskopie (FELMI-ZFE) gelungen, auf bereits nur wenige Nanometer kleine Messsonden, die für Untersuchungen von Materialien in Elektronenmikroskopen eingesetzt werden, noch kleinere Messspitzen zu setzen. Dafür erhielten sie einen der drei Kooperationspreise. Mit den neu entwickelten Sensoren lässt sich elektrischer Strom und Temperaturverteilung auf kleinster Skala messen.

Eine computergesteuerte Anlage mit Schweißrobotern, die Bewehrungsstahl für Betonwände automatisch anfertigen, hat das vor einem Jahr gegründete oberösterreichische Start-up Rapperstorfer Automation in Kooperation mit dem Bautechnischen Institut (BTI) in Linz entwickelt. Bisher mussten die Stahlstäbe auf den Baustellen händisch aus Fertigteilen zusammengesetzt werden. Mit dem nun ausgezeichneten System werden zwei dünne Betonwände im Werk hergestellt. Zwischen die Doppelwand kommt der maßgeschneiderte Bewehrungsstahl. Auf der Baustelle wird der Hohlraum dann ausbetoniert. So könne bis zu zehn Prozent Material eingespart werden. Eine erste Anlage wurde bereits an einen heimischen Fertigteilhersteller verkauft.

Die dritte Kooperationsauszeichnung erhielt die Bregenzer Firma Glas Marte, die in Kooperation mit V-Research ein neues Produktionsverfahren für Eisblumenglas ausgearbeitet hat. Zur Herstellung wurde bisher Knochenleim verwendet, der auf aufgerautes Glas aufgetragen wurde. Beim Trocknen werden dann Glassplitter aus der Oberfläche gerissen und die typische, an Eisblumen erinnernde Struktur entsteht. Wie diese Struktur im Detail aussieht, kann durch die neue Fertigungstechnik erstmals kontrolliert und das Glas in industriellem Maßstab hergestellt werden. (APA, 8. 10. 2015)

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