"Reden wir über Geld": Eine Runde durch die Finanzwelt mit Niki Lauda

8. Oktober 2015, 09:04
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Niki Lauda spricht in einem neuen Buch lieber über finanzielle Erfolge als über Niederlagen

Wien – Niki Lauda redet über Geld so, wie er über das Rennfahren oder Flugzeuge redet: direkt, ohne Umschweife. Nicht anders liest es sich, wenn jemand das Gesagte niederschreibt. In Reden wir über Geld führt Krone-Journalistin Conny Bischofberger Protokoll über Laudas Ansichten zu seiner Sparsamkeit, dem Wert der eigenen Marke und seiner Verhandlungsstrategie.

Zahlen haben es Lauda nach eigenem Bekunden angetan, über Summen breitet er dann aber doch den Mantel des Schweigens. Am meisten verrät noch der Klappentext: Demnach bewegt sich das Vermögen Laudas, der einer wohlhabenden Wiener Industriellenfamilie entstammt, im dreistelligen Millionenbereich. Bei dessen Verwaltung vertraut der Aufsichtschef des Mercedes-Formel-1-Teams seinem Finanzberater und früheren Niki-Geschäftsführer Gottfried Neumeister. Das letzte Wort bei kritischen Investments hat Lauda selbst, der sich als konservativen Anleger bezeichnet. Spieler sei er keiner – sein Werbeeinsatz für den Glücksspielkonzern Novomatic hätte anderes vermuten lassen.

Selbstbild des Gewinners

Hart, aber fair, so sieht sich Lauda selbst: "Du musst deinen eigenen Weg gehen, auch gegen Widerstände. Das Geld folgt dann schon." Ob nicht auch Glück eine große Rolle spiele, wird er bei der Buchpräsentation in der prunkvollen Lobby des Hotels Imperial an der Wiener Ringstraße gefragt. Lauda formuliert es aus der Eigensicht eines Gewinners: Wenn eine gute Idee nicht klappt, dann muss wohl Pech im Spiel sein.

Lauda rät in Geldfragen zur Emotionslosigkeit. Als Machtinstrument habe er es jedoch nie gesehen. Er betont lieber andere Werte: Leistung, Ordnung, Sparsamkeit. Geizig aber sei er entgegen seinem Ruf nicht. Selbst den hat er jedoch dank entsprechender Werbeeinsätze ("... nichts zu verschenken") zu Geld gemacht.

Lauda thematisiert auch seine finanziellen Misserfolge, wenn auch nur die offensichtlichen. Zu denen gehört einer seiner vielen Kapperldeals, jener mit der liechtensteinischen Money Service Group, die 2011 in Insolvenz ging. Deren Gründer Michael Seidl hatte Lauda und mehr als 40 andere Anleger betrogen und wurde dafür zu einer Haftstrafe verurteilt.

"Größter Fehler" Lauda-Air-Verkauf

Der "größte Fehler meines Lebens" sei aber der Verkauf der Lauda Air gewesen. Seine ehemalige Airline sei damals zugunsten der Käuferin AUA runtergefahren worden, diese funktioniere heute noch immer nicht. Sein zweiter Airlineverkauf, nämlich jener von Niki an Air Berlin im Jahr 2011, sei hingegen "genau im richtigen Moment" erfolgt.

Unter den funkelnden Lüstern in der Größe eines Mittelklassewagen im Imperial sagt Lauda, er habe das Buch zwei Tage vor der Vorstellung zum ersten Mal gelesen. Die Präsentation ist ein klassischer Seitenblickeevent, auch wenn Lauda diese sonst meide, wie im Buch geschrieben steht. Aber wenn's ums Geld geht ... (smo, 8.10.2015)

  • Niki Lauda, Conny BischofbergerReden wir über GeldEdition A 2015203 Seiten, 21,90 Euro
    foto: apa/georg hochmuth

    Niki Lauda, Conny Bischofberger
    Reden wir über Geld

    Edition A 2015
    203 Seiten, 21,90 Euro

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