Jeder fünfte U-Häftling ist Schlepperei-Verdächtiger

7. Oktober 2015, 18:01
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Hohe Zahl an Untersuchungshäftlingen bringt Gefängnisse zum Bersten

Die Zahl der Festnahmen wegen Schleppereiverdachts nimmt stark zu und bringt die ohnehin überfüllten Gefängnisse in Platznöte. Zuletzt befanden sich rund 400 mutmaßliche Schlepper in Untersuchungshaft. Damit stellen Schleppereiverdächtige fast ein Fünftel aller U-Häftlinge.

In den vergangenen Monaten gab es einen starken Anstieg: Saßen Anfang Juli noch 174 Personen wegen Schlepperei in U-Haft, waren es am 1. August schon 210 und am 1. Oktober 397 (siehe Grafik).

Auch die Zahl der verurteilten Schlepper nimmt stark zu, derzeit sitzen 174 Schleuser in österreichischen Haftanstalten.

Weiterer Anstieg erwartet

Die Lage wird sich in den nächsten Monaten zuspitzen: Seit 1. Oktober ist eine Novelle in Kraft, wonach mutmaßliche Schlepper auch bei einer kleineren Anzahl an Geschleppten leichter in U-Haft kommen sollen.

Der Strafvollzug behilft sich derzeit mit Modulbauten auf dem Gelände bestehender Justizanstalten, um den Andrang zu bewältigen. Zudem werden Strafhäftlinge von Ostösterreich in andere Anstalten verlegt, um die meist im Osten gefassten Verdächtigen in örtlicher Nähe zur zuständigen Staatsanwaltschaft unterbringen zu können. (Maria Sterkl, 7.10.2015)

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