Voestalpine feiert 20 Jahre an der Börse

7. Oktober 2015, 12:45
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Die Aktien des Stahlkonzerns notieren seit 9. Oktober 1995 in Wien, der Kurs hat sich seither versechsfacht

Wien/Linz – Der Linzer Stahlriese voestalpine notiert seit 9. Oktober 1995 an der Wiener Börse. In den nunmehr 20 Jahren auf dem Parkett wandelte sich der ehemalige Staatsbetrieb, der damals noch Voest-Alpine Stahl hieß, vom reinen Stahl- und Verarbeitungskonzern zum internationalen Technologie- und Industriegüterkonzern. Der Aktienkurs hat sich seit dem Börsengang auf rund 33 Euro mehr als versechsfacht.

Der Ausgabekurs lag (angepasst nach dem Aktiensplit von 1:4 am 1. August 2006) bei 5,18 Euro. Im Jahr 2000 startete der Konzern mit seinem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm. Mit einem Anteil von mittlerweile 14,7 Prozent sind die Mitarbeiter der zweitgrößte Aktionär – knapp hinter der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Invest GmbH & Co OG (unter 15 Prozent). Die Stimmrechte von rund 24.300 Beschäftigten aus 121 voestalpine-Gesellschaften sind laut Unternehmensangaben in einer Privatstiftung gebündelt.

Zum Zeitpunkte des Börsengangs waren noch 43 Prozent der Aktien im Staatsbesitz. Erst zehn Jahre später – am 31. August 2005 – war der Stahlkonzern komplett in privater Hand. "Spätestens damals war klar, dass ein politischer Eigentümer für ein international ausgerichtetes Industrieunternehmen keinen Nutzen stiftet", so Konzernchef Wolfgang Eder. Die neu gewonnene Unabhängigkeit sei dann für eine "umfassende strategische Neuausrichtung" genutzt worden, die den Konzern an die Spitze der Branche geführt habe.

Änderung der Unternehmensstrategie

2001 leitete die voestalpine eine grundlegende Änderung der Unternehmensstrategie ein. Unter dem Slogan "Nicht mehr Stahl, sondern mehr aus Stahl" verlängerte der Konzern die Wertschöpfungskette. Auf dem Programm standen umfassende Investitionen und Akquisitionen. Ein wahres Schwergewicht bei den Übernahmen war der Edelstahlspezialist Böhler-Uddeholm. Der Ankauf von 100 Prozent der Anteile kostete früheren Angaben Eders zufolge letztlich 4,4 Mrd. Euro und stellte die größte jemals in Österreich getätigte Akquisition dar.

Heute sind nur noch rund ein Drittel der voestalpine-Produkte klassische Stahlerzeugnisse. Der überwiegende Teil entfällt auf die Weiterverarbeitung von Stahl und anderen Werkstoffen zu Komponenten für die Automobilindustrie sowie für Bahninfrastruktur (Schienen, Weichen), die Luftfahrt- und die Maschinenbaubranche.

Globale Wachstumswerte

Seit 2012 setzt die voestalpine auf Internationalisierung, um auf globalen Wachstumsmärkten wie Nordamerika und Asien stärker präsent zu sein. Als der Konzern an die Börse ging, erwirtschaftete er noch 75 Prozent des Umsatzes im Umkreis von 500 Kilometern der österreichischen Standorte. Heute werden 90 Prozent der Verkaufserlöse im Ausland erzielt – rund ein Fünftel davon außerhalb Europas. Derzeit baut die voestalpine um 550 Mio. Euro ein Eisenschwamm-Werk in Corpus Christi (Texas). In China und den USA wurde eine Reihe von Automobilteilewerken errichtet.

Seit dem IPO (Initial Public Offering) im Herbst 1995 ist "die Voest" massiv gewachsen. Der Personalstand hat sich von damals rund 15.000 auf nunmehr fast 50.000 Mitarbeiter mehr als verdreifacht, der Umsatz hat sich von 2,4 Mrd. auf zuletzt 11,2 Mrd. Euro (Geschäftsjahr 2014/15) nahezu verfünffacht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 (per Ende März) erzielte der Konzern mit etwa 500 Gesellschaften und Standorten in mehr als 50 Ländern unter dem Strich einen Gewinn von fast 540 Mio. Euro und zahlte eine Dividende von 1 Euro je Aktie. (APA, 7.10.2015)

  • Seit dem Börsegang im Jahr 1995 ist die Voestalpine massiv gewachsen.
    foto: reuters/heinz-peter bader

    Seit dem Börsegang im Jahr 1995 ist die Voestalpine massiv gewachsen.

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