DHL rollt Paketdienst in ganz Österreich aus

6. Oktober 2015, 18:24
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Deutsche-Post-Tochter hat bereits 800 Poststellen unter Vertrag und 15 Depots

Wien – DHL Paket, die österreichische Pakettochter der Deutschen Post, sieht sich einen Monat nach dem Start ihres Paketdienstes in Österreich gut aufgestellt. Die Zahl der Poststellen beziffert DHL-Paket-Österreich-Chef Günter Birnstingl mit 800, täglich würden es mehr. Zu Weihnachten sollen es bereits 1.600 Shops sein, im Endausbau rund 2.000, womit man ein nahezu flächendeckendes Netz anbieten könne, sagte Birnstingl im STANDARD-Gespräch.

Anders als bei der teilstaatlichen gelben Post müssen DHL-Kunden viel selbst machen: Frankierung und Etikettierung erfolgen über Internet und Smartphone, bezahlt wird die Transportdienstleistung bargeldlos. Dieser Umstand erleichtere das Aufspüren von Partnerbetrieben wie Trafiken, Nahversorgern oder Tankstellen, die Pakete annehmen und vor allem Sendungen an die Kunden abgeben, die nicht zugestellt werden konnten, sagte Birnstingl. Das gelte insbesondere für Retoursendungen im Versandhandel. Die Ausrüstung für Händler sei einfach, bestehe lediglich aus Smartphone und Lesegerät.

Einfacher Vorsteuerabzug

Sendebestätigungen erhalten Privatkunden per E-Mail oder SMS. Bezahlt wird je nach Paketformat (klein/mittel/groß) ab 3,89 Euro. Damit sei man günstiger als die im Privatkundensegment marktbeherrschende Post AG.

Klein- und Mittelbetriebe lockt DHL Paket mit einem einfacheren Vorsteuerabzug, weil die Umsatzsteuer auf der Rechnung exakt ausgewiesen werde. Punkten will man insbesondere mit der flächendeckenden Zustellung auch an Samstagen. Diesen Service bietet die Post seit August ebenfalls an, aber nur in Ballungszentren.

Dass DHL Rosinen picke, also nur dichtbesiedelte Regionen bedienen werde, stellte Birnstingl in Abrede. 15 Paketdepots seien bereits in Betrieb, bis Jahresende sollen es 20 sein. Mittelfristig ist auch die Errichtung von drei bis fünf Verteilzentren geplant. Derzeit liefert man von jenen der Mutter in Süddeutschland aus. (ung, 7.10.2015)

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