Mädchen in Entwicklungsländern stark benachteiligt

9. Oktober 2015, 17:07
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Kinderhilfsorganisation Plan International fordert anlässlich des Weltmädchentages am 11. Oktober Anhebung der EZA auf 0,7 Prozent des BIP

Berlin – Es ist noch ein sehr langer Weg und viele Aufgaben zu erledigen, bis Mädchen in Entwicklungsländern nicht mehr benachteiligt sind. Dementsprechend trägt auch der aktuelle Bericht der Kinderhilfsorganisation Plan International anlässlich des Weltmädchentags am 11. Oktober den Namen "Unfinished Business".

62 Millionen Mädchen gehen nicht zur Schule; 130 Millionen Mädchen und Frauen in Afrika und im Nahen Osten sind von Genitalverstümmelung betroffen; und jeden Tag werden 41.000 Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Diese Zahlen hat Plan International in ihrem neuen Bericht zur Lage der Mädchen zusammengetragen.

Frühe Heirat, früher Schwangerschaft

Trotz mühsam errungener Fortschritte seien immer noch Millionen Mädchen auf der Welt zu einem Leben in Armut und Ungleichheit verurteilt, so die Organisation in einer Aussendung. Die Zahlen zeigten, dass "noch viel getan werden muss". Die kürzlich im Rahmen der Uno-Generalversammlung in New York beschlossenen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) würden eine neue Ära einleiten und die Möglichkeit eröffnen, mit vereinten Kräften "diese Missstände ein für alle Mal zu lösen".

Um auf die Missstände und Ungleichheit aufmerksam zu machen, lässt Plan International österreichweit 13 bekannte Gebäude und Denkmäler in pink erleuchten: das Schloss Leopoldskron, die Universität Wien, den Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz, den UNIQA Tower, das MAK, das Austria Center Vienna, die METAStadt, das Flederhaus, das Gartenbaumuseum Donaustadt sowie das Lentos Kunstmuseum, das ARS Electronica Center in Linz, das Grazer Rathaus, das Ece-Einkaufs-Centrum Kapfenberg und die Homepage der Design-Agentur dmcgroup.

Anlässlich des "Girls Day" fordert Plan International auch, bis zum Jahr 2020 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) bereitzustellen. Österreich gab im Jahr 2014 lediglich 0,26 Prozent seines BIP für Entwicklungshilfe aus.

Weniger Mädchen in der Schule

Dem Bericht zufolge gibt es zwar in manchen Ländern Gesetze gegen Kinder-, Früh- und Zwangsheirat. Dennoch würden 15 Millionen Mädchen jedes Jahr vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Das bedeutet, dass täglich rund 41.000 Mädchen als Kinder in die Ehe getrieben werden. Frühe Heirat führe zu früher Schwangerschaft. Etwa 16 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren weltweit werden demnach jedes Jahr Mutter. Je jünger das Mädchen, desto höher die gesundheitlichen Risiken einer Schwangerschaft. "Denn Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt zählen zu den häufigsten Todesursachen bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren weltweit."

Zugleich gingen sehr viel weniger Mädchen in Entwicklungsländern in die Schule. "Für ein Mädchen im Südsudan ist es dreimal wahrscheinlicher, an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt zu sterben, als die Volksschule abzuschließen." Bekommen Mädchen die Gelegenheit, in die Schule zu gehen, erreichten sie eher höhere Jahrgangsstufen als Burschen, hieß es. (APA, 6.10.2015)

  • Trotz Fortschritten seien immer noch Millionen Mädchen zu einem Leben in Armut und Ungleichheit verurteilt, so die Kinderhilfsorganisation Plan International.
    foto: apa / epa / kim ludbrook

    Trotz Fortschritten seien immer noch Millionen Mädchen zu einem Leben in Armut und Ungleichheit verurteilt, so die Kinderhilfsorganisation Plan International.

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