Billa will beim Onlineversand von Lebensmitteln der "Big Player" sein

6. Oktober 2015, 13:32
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Vorerst zählt, dabei zu sein – Geld lasse sich erst in fünf Jahren verdienen – Online-Umsatz macht noch nicht einmal 1 Prozent aus

Die Supermarktkette Billa treibt den Online-Versand von Lebensmitteln weiter voran und will sich hier als "Big Player" am österreichischen Markt positionieren. Bisher sei die Zustellung nur auf Sparflamme betrieben worden, räumte Billa-Vorstand Josef Siess am Dienstag vor Journalisten ein. Mit neu gestaltetem Online-Shop und der Ausdehnung auf ganz Österreich will der Lebensmittelhändler in fünf Jahren im Netz schwarze Zahlen schreiben.

Derzeit wird das Online-Geschäft mit den über 1.000 stationären Billa-Filialen querfinanziert. Mitbewerber Spar oder Hofer verzichten deshalb noch gänzlich auf den Versand von Lebensmitteln. Die Frage, wie sich hier angesichts der hohen Logistikkosten richtig Geld verdienen lässt, hat sich für sie noch nicht beantwortet.

Derzeit 200 Bestellungen pro Tag

Billa-Vorstandssprecher Volker Hornsteiner lässt keinen Zweifel offen, dass der Online-Shop zunächst nur Geld kostet, aber nichts einspielt. Der Umsatzanteil am Gesamtumsatz von Billa liege bei nicht einmal 1 Prozent. Nichtsdestotrotz "müssen wir beim Online-Handel dabei sein", sagte er. Einzig nennenswerte Konkurrenz in diesem Feld ist momentan der Großhändler Pfeiffer, der den Online-Markt gerade mit seinen Unimärkten aufmischt.

Mit einigen Neuerungen will Billa seine Kunden nun auch vermehrt ins Netz bekommen. Derzeit gingen täglich etwa 200 Online-Bestellungen ein – ein Wert, der gut vervierfacht bis versechsfacht werden könnte, so Onlinechefin Julia Stone. Das Sortiment der online versendeten Waren wurde von 5.000 auf 8.000 Artikel aufgestockt, zudem gelten nun im Internet die gleichen Preise wie in den Filialen. Auch Aktionspreise, Bons und Rabattsammler würden berücksichtigt. Der neue Online-Auftritt sei benutzerfreundlicher gestaltet worden, samt neu eingeführter 360-Grad-Ansicht und Zoomfunktion.

Auch andere Rewe-Töchter dabei

Neben der direkten Hauszustellung können Kunden die im Internet bestellten Waren auch in ausgewählten "Click&Collect"-Filialen abholen. Wer seinen Einkauf noch am selben Tag geliefert haben möchte, muss bis 10 Uhr bestellen. Sonst wird erst am nächsten Tag zugestellt, wobei man sich die Zeiten aussuchen kann. Der Mindestbestellwert beträgt 30 Euro, die Zustellgebühr macht 4,99 Euro aus. Bis 4. November ist die Zustellung gratis.

Abgesehen von Billa sind auch die Rewe-Töchter Merkur und Bipa im Online-Lebensmittelhandel vertreten. (APA, 06.10.2015)

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