Idiopathische Lungenfibrose wird nur selten richtig diagnostiziert

6. Oktober 2015, 12:48
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Von 1.600 Betroffenen sind nur 200 in der richtigen Behandlung

Rund 1.600 Österreicher leiden an der idiopathischen Lungenfibrose, doch nur bei 200 ist diese unheilbare Krankheit richtig diagnostiziert. Dabei wäre eine frühe und richtige Behandlung wesentlich für den weiteren Verlauf, hieß es bei einer Pressekonferenz in Wien.

Was mit Husten beginnt, äußert sich schon bald in Atemnot bei körperlicher Anstrengung. Diese und weitere Symptome ähneln jedoch zahlreichen anderen Lungenkrankheiten wie etwa COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung), beklagte der Facharzt Hubert Koller vom Wiener Otto Wagner Spital. Deshalb wird diese Art der Lungenfibrose nur selten schnell erkannt.

Keine Heilung

Das ist unter anderem der Grund dafür, dass die mittlere Überlebensdauer der Patienten bei nur zwei bis fünf Jahren liegt, noch unter jener von Brust- oder Hautkrebs. Seit dem Vorjahr stehen den Medizinern zwei wirksame Medikamente zur Verfügung, doch auch diese können den Krankheitsverlauf nur günstig beeinflussen, aber keine Heilung bewirken.

Die Vernarbung des Lungengewebes schreitet immer weiter voran, den Betroffenen fällt das Atmen immer schwerer, auch wenn sie zusätzlich Sauerstoff verabreicht bekommen. Was die Krankheit auslöst, ist bis dato unbekannt. Laut Koller kennt man aber einige Risikofaktoren: etwa Rauchen, Luftschadstoffe, Infektionen, Reflux sowie genetische Faktoren.

Dass vor allem ältere Personen betroffen sind, hat den negativen Effekt, dass diese deshalb nicht mehr für eine Lungentransplantation infrage kommen. In dem neuen Organ tritt die Fibrose nämlich nicht mehr auf. (APA, 6.10.2015)

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