Auf den Spuren von 007: Mit Kajak und Speedboot in London

7. Oktober 2015, 12:52
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In London gibt es viele Möglichkeiten, auf den Spuren des britischen Spions zu wandeln

London – Einmal ein bisschen James Bond sein: In London gibt es viele Möglichkeiten, auf den Spuren des britischen Spions zu wandeln. Eine auf 007 spezialisierte Location-Tour beinhaltet etwa eine Kajakfahrt zum Ausweichquartier des MI6 – ganz so wie Daniel Craig in "Spectre". Flott wie bei der Verfolgungsjagd in "Die Welt ist nicht genug" geht es bei einer Speedboot-Fahrt über die Themse dahin.

foto: visitbritain

"Hier handelt es sich um das vorübergehende Quartier des Geheimdienstes. Das MI6-Büro wurde ja in 'Skyfall' gesprengt", erzählt Stewart, Führer bei britmovietours.com. Der leidenschaftliche Bond-Fan steht am Regent's Canal im Londoner Stadtteil Camden und zeigt auf ein über Wasser erbautes, ehemaliges Lagerhaus. Im 24. Film der Reihe ("Spectre" läuft am 6. November in Österreich an) paddelt Bond ins Gebäude. "Und genau das machen wir jetzt ebenfalls."

Dead Dog Basin

Auch ohne Schurken im Nacken ist die Kanutour für Ungeübte ein Nervenkitzel. Man trägt zwar statt Anzug und Pistole eine wasserfeste Oberbekleidung und Schwimmweste, doch die Aussicht, in das grün-graue Kanalwasser zu kippen, ist keine schöne. Hat man sein Ziel erreicht – ein wenig schmeichelhaft Dead Dog Basin genanntes Becken unter dem Gebäude -, spürt man dafür einen Hauch von 007. Im neuen Film wird aus dem Kanal übrigens die Themse.

foto: apa/wolfgang hauptmann

Stewart begleitet Touren zu Bond-Drehorten seit mehr als drei Jahren. Intensiv studiert er immer wieder die Filme und entdeckt dabei Details für Aficionados. "Hier, dieser Baum, der hier im Garten der Pinewood Studios steht", sagt er aufgeregt nach einer Busfahrt in die legendären britischen Filmstudios. "Den sieht man in mehreren Bond-Abenteuern. Die Szenen spielen in einem afrikanischen Dorf und in Nordkorea, aber es ist immer der selbe Baum. Nordkorea war also hier, 30 Kilometer vor London", grinst Stewart und reicht zum Beweis Standfotos aus den Filmen herum.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Die berühmte James-Bond-Stage dürfen Teilnehmer der Tour nicht besuchen, aber zumindest lässt es sich im Restaurant, das Filmschaffende bekocht, gut speisen. Und das Gebäude war immerhin Kulisse des Spectre-Quartiers in "Liebesgrüße aus Moskau". Mehr noch: Auf der Brüstung der Terrasse stand die Statue, der "Goldfinger"-Handlanger Oddjob mit seinem "Wurf-Hut" den Kopf abtrennte. "Bitte keine Kameras offen zeigen", flüstert Stewart. "Die Sicherheitsvorkehrungen sind streng. Ich müsste euch sonst killen."

foto: visitbritain

Lockerer geht es im feudalen Blenheim Palace, Geburtsort von Winston Churchill und ebenfalls Drehort von "Spectre", zu. "Hier wurden seit den 60er-Jahren mehr als 30 Filme gedreht", berichtet der freundliche Guide Sylvain. "Blenheim dient in 'Spectre' als römischer Palazzo, eine Szene ist auch im Trailer zu sehen. Die ganze Action fand außerhalb des Palastes statt, beim Eingang und in dem weitläufigen Hof." Auch Sylvain hat ein Foto griffbereit: "Es zeigt Bond im neuen Aston Martin. In diesem Auto entkommt er aus dem Palast in Rom, also eigentlich aus Blenheim."

Abstecher zum echten MI6

Die Bond-Tour, die man auch nur als mehrstündigen Spaziergang zu 007-Locations in London buchen kann, führt nun zurück in die Metropole. Ein Abstecher zum echten Hauptquartier des Geheimdienstes MI6 (zugleich auch prominent in den Filmen vertreten) ist zum Abschluss Pflicht. Wer es exklusiv liebt und gerne mehr bezahlt, "den bringen wir sogar mit einem Rolls Royce hierher", betont Stewart. Der 007-Enthusiast zählt übrigens die Tate Gallery zu seinem Lieblings-Bond-Ort, Kunst spiele immer eine subtile Rolle in den Filmen.

foto: apa/wolfgang hauptmann

Mehr Nervenkitzel gefällig? Eine Speedboot-Tour auf der Themse bietet sich an. Man fühlt sich wie Pierce Brosnan in "Die Welt ist nicht genug", wenn das Gefährt an der beeindruckenden Skyline am Ufer vorbeirast, abrupt bremst, am Wasser "aufschlägt" oder Kurven zieht. "Wem es zu schnell wird, der hebt die Hand. Wir bleiben trotzdem nicht stehen", grinst der Mitarbeiter der Rib-Voyages an Bord. 50 Minuten dauert der Spaß, Start ist beim London Eye, das für Szenen in "Spectre" übrigens "umgefärbt" wurde – die derzeitige nächtliche Beleuchtung im Rot eines Sponsors passte einfach nicht.

foto: reuters/kai pfaffenbach

Zum Finale einer Bond-Pilgerreise bietet sich ein Besuch der Ausstellung "Bond in Motion" an. Fahrzeuge aus den Filmen – etwa Goldfingers Rolls Royce, Sean Connerys Mini-Hubschrauber aus "Man lebt nur zweimal" oder Roger Moores tauchfähiger weißer Lotus aus "Der Spion, der mich liebte" – sind zu bestaunen. Zahlreiche Hobby-007 lassen sich vor den Originalrequisiten fotografieren. Die Schau in Covent Garden wurde erst kürzlich auf unbestimmte Zeit verlängert. (APA, red, 6.10.2015)

Weitere Bond bezogene Ausflugstipps

foto: sony pictures
Am 5. November kommt der neue Bond-Film "Spectre" in die deutschsprachigen Kinos

Bus-Tour durch London

Besichtigung von Drehorten verschiedener Bond-Filme, darunter auch einige aktuelle aus "Spectre". Während der Tour sieht man Filmausschnitte und besucht die Drehorte dann live, u. a. Greenwich, Buckingham Palace, Vauxhall Bridge, Parliament Square, Canary Wharf Charing Cross U-Bahn, Trinity Square und Great Suffolk Street: Britmovietours.

Fahrzeugausstellung "Bond in Motion"

In der "Bond in Motion" Ausstellung gibt es die weltweit größte Ansammlung von James-Bond-Fahrzeugen. Neben dem berühmten Aston Martin DB5 und dem Lotus Esprit S1, kann man hier u.a. auch das Speedboot "Fairey Huntress" aus dem Film "Liebesgrüße aus Moskau" (1963), Goldfingers Rolls-Royce Phantom III und viele weitere Autos, Motorräder und Boote bestaunen, die von den James Bond Darstellern – von Sean Connery bis Daniel Craig – genutzt wurden. Fahrzeuge aus "Spectre" sollen demnächst hinzukommen.

foto: visitbritain

Dukes Hotel

Dukes Hotel beherbergt nicht nur eine von St James´s angesagtesten Bars, es wird auch immer wieder behauptet, Ian Fleming´s berühmter Satz "shaken, not stirred" sei einst vom Barmann eben dieses Boutique-Hotels angeregt worden. Viele sagen, auch heute gibt es hier noch den besten Martini der Stadt.

Turnbull & Asser Herrenausstatter

Der Herrenausstatter Turnbull & Asser ist seit 1885 eine Institution für den echten Londoner Gentleman. Das Unternehmen hat bereits Persönlichkeiten wie Prince Charles, Sir Winston Churchill, Ronald Reagan, John Kerry, Charlie Chaplin und Picasso mit maßgeschneiderten Hemden ausgestattet. Obwohl es sich bei Turnbull & Asser um besonders traditionelle Ausstatter handelt, ist das Unternehmen vor allem für die besonders strahlenden Farben seiner Hemden, Strickwaren, Socken und Krawatten berühmt, welche fast ausschließlich in Großbritannien von Hand hergestellt werden.

Im Jahr 1962 statteten Turnbull & Asser mit Sean Connery erstmals die Filmfigur James Bond aus. Die für Bond typischen Umschlagmanschetten, welche statt mit Manschettenknöpfen mit herkömmlichen Knöpfen geschlossen werden, tragen seither im englischen Sprachgebrauch neben "Portofino" oder "cocktail cuffs" zusätzlich den Namen "James Bond cuffs".

Floris No. 89

Floris No. 89 war eines von Flemings persönlichen Lieblingsparfums. Er erwähnt den Duft in den Romanen "Moonraker" ("Floris provides the soaps and lotions in the lavatories and bedrooms"), "Diamonds Are Forever" ("He would have to send a cable to May to get things fixed. Let's see – flowers, bath essence from Floris, air the sheets...") und "Dr. No". Bei Floris London kann sich heute jeder selbst vom guten Geschmack des britischen Schriftstellers überzeugen. Im Hinterzimmer gibt es noch einen Parfumeur, der nach Anmeldung einen persönlichen Duft kreiert.

Up at the O2

Bezwingen Sie den Millenium Dome bei der Up at the O2 experience und stellen Sie die Eröffnungssequenz von "The World is Not Enough" nach, in der Bond (Pierce Brosnan) genau an diesem Ort nur knapp einem tödlichen Sturz entgeht. An Sicherheitsseilen baumelnd, genießt man vom Dach der North Greenwich/O2 Arena zudem eine beeindruckende Aussicht über die Stadt.

Hotelübernachtung im Bond-Style

Das The Mandeville Hotel bietet anlässlich des Filmstarts von "Spectre" im Herbst/Winter ein spezielles Bond Arrangement an – der Martini geschüttelt, nicht gerührt- ist natürlich inklusive. Ganzjährig gibt es in der Bar des Hotel Hotels Martini Masterclasses, hier lernt man wie ein echter Bond Martini zubereitet wird.

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