Nintendo erstmals nicht mehr unter 100 besten Marken der Welt

6. Oktober 2015, 09:54
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Der Konzern hat es verpasst, sich an die neuen Lebensgewohnheiten seiner Kunden anzupassen, urteilt Interbrand

Zum ersten Mal seit der Erstveröffentlichung des "Best Global Brands"-Berichts im Jahr 2001 hat es der Spielehersteller Nintendo nicht in die Top 100 geschafft. Die kürzlich veröffentlichte Rangliste von 2015 sieht die Technologiekonzerne Apple und Google an der Spitze, Xbox-Betreiber Microsoft ist auf Platz vier, Playstation-Hersteller Sony auf Platz 58.

2014 konnte sich Nintendo gerade noch in der Rangliste halten, die jährlich von der Markenberatungsfirma Interbrand herausgegeben wird.

Gründe

Interbrand-Japan-CEO Yuki Wada erklärte der "Japan Times", dass Nintendo den Schnitt unter anderem deshalb nicht geschafft habe, weil es sein Geschäft bisher nicht an die veränderten Lebensgewohnheiten seiner Konsumenten anpassen konnte. Wada unterstrich dabei Nintendos langjähriges Versäumnis, Spiele für Smartphones und Tablets herauszubringen, obwohl ein großer Teil der Zielgruppe in Richtung Mobile-Gaming abgewandert sei. Im März gab Nintendo schließlich bekannt, bis Ende des Jahres zusammen mit Mobile-Spezialist DeNA erste Mobile-Games abseits der Marke "Pokémon" veröffentlichen zu wollen.

Phase der Veränderung

Wada betonte, dass es für die Markenrelevanz wichtig sei, sich an die Änderungen eines Marktes rasch anzupassen. Weitere Faktoren sind die wirtschaftliche Leistung der vermarkteten Produkte und Dienste, wie sehr eine Marke die Wahl der Konsumenten beeinflussen kann und wie stark die Marke darin ist, einen Premiumpreis verlangen zu können oder die Einnahmen des Unternehmens zu sichern.

Nintendo befindet sich unterdessen in Zeiten der Veränderung. Neben dem neu angepeilten Mobile-Markt erlebt der Konzern nach dem Tod des langjährigen Präsidenten Satoru Iwata auch einen Wechsel an der Spitze. Der neue Konzernchef Tatsumi Kimishima wird unter anderem für den Erfolg der nächsten Konsole (Codename "NX") sorgen müssen und Nintendos Pläne zur Verbreitung der Marke durch Lizenzdeals für Theme Parks und möglicherweise auch Filme vorantreiben. (zw, 6.10.2015)

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    foto: reuters/thomas peter
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