Betrugsverdacht: Online-Händler Zalando zeigt Flüchtlinge an

6. Oktober 2015, 07:22
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Knapp 1.000 Pakete versendete Zalando über den Zeitraum eines Jahres in eine Flüchtlingsunterkunft, ohne je Geld dafür zu sehen

Düsseldorf – 962 Bestellungen im Gesamtwert von mehr als 180.000 Euro: Zalando hat über einen Zeitraum von einem Jahr, von Juni 2014 bis Juni 2015, immer wieder Pakete in ein Flüchtlingslager im deutschen Saarland geschickt, jedoch nie Geld dafür gesehen. Das berichtet das Handelsblatt am Dienstag. Das Unternehmen habe nun eine Anzeige eingebracht, die Staatsanwaltschaft ermittle wegen des Verdachts auf Betrug.

Den Ermittlern zufolge seien die Pakete an mehrere Personen gegangen, überwiegend aus dem Balkan stammend. Rund 600 der Bestellungen konnten laut dem Bericht zugeordnet werden. Bei mehr als 300 Paketen fehlt eine solche Zuordnung. Die Namen seien nicht im Melderegister erfasst, könnten laut Ermittlern erfunden sein oder es handelt sich um nicht registrierte Personen.

Warum Zalando fast ein Jahr lang knapp 1.000 Pakete geliefert hat, ohne dafür bezahlt zu werden, ist unklar. Das Handelsblatt zitiert einen Sprecher des Unternehmens – Betrugsfälle würde Zalando generell nicht kommentieren, man investiere stetig in ein "ausgefeiltes Sicherheitssystem", das helfen soll, Betrugsfälle frühzeitig zu erkennen. (red, 6.10.2015)

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    foto: reuters/fabrizio bensch
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