Kroatien könnte Grenze zu Serbien dichtmachen

5. Oktober 2015, 19:28
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Zagreb/Belgrad – In Kroatien wartet man gespannt, ob Ungarn tatsächlich die Grenze, an der der 41 Kilometer lange Zaun gebaut wird, dichtmachen wird. Denn das würde bedeuten, dass Kroatien die Flüchtlinge, die aus Serbien kommen, nicht mehr – wie in den vergangenen Wochen – weiter nach Ungarn schicken könnte. Alternativ will man die Flüchtlinge dann nach Slowenien bringen.

Premier Zoran Milanovic kündigte an, dass als "letzte Lösung" auch der Durchgang der Flüchtlinge durch Kroatien ganz gestoppt werden könnte, das heißt die Grenze zu Serbien dichtgemacht wird.

So ein Szenario hängt aber auch vom Verhalten Österreichs ab. Falls die Grenzen vom Norden aus – also in Deutschland, dann in Österreich und dann in Slowenien – für Flüchtlinge geschlossen würden, würde Kroatien nachziehen, um zu verhindern, dass die Flüchtlinge in Kroatien bleiben.

Die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic will sich diese Woche mit dem ungarischen Premier Viktor Orbán treffen. Die Konservative (HDZ), die sich weniger als Staatschefin denn als Oppositionspolitikerin geriert, schlug in den vergangenen Wochen öfter vor, Soldaten an die Grenze zu schicken. Offensichtlich will sie im kroatischen Wahlkampf vor allem eine Konkurrenzpolitik zur Regierung machen.

Diese wiederum betont, dass eine Lösung in Griechenland gefunden werden müsse, da dieses die Schengen-Regeln absichtlich nicht einhalte. In Südserbien, in Bujanovac, soll indes ein neues Aufnahmezentrum für Flüchtlinge zusätzlich zu jenem in Presevo errichtet werden. (awö, 6.10.2015)

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