"Man muss erkennen, dass man gegen uns keine Chance hat"

5. Oktober 2015, 16:44
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Sportvorstand Sammer will sich und den Bayern erst gratulieren lassen, wenn der Champions-League-Pokal in der Vitrine steht

München – Die Langeweile im Titelkampf der deutschen Bundesliga ist dem FC Bayern herzlich egal. "Das interessiert uns nicht. Wir werden jetzt nicht absichtlich Spiele verlieren", erklärte Torhüter Manuel Neuer nach der 5:1-Gala der Münchner gegen den vermeintlich härtesten Konkurrenten Dortmund. Nach der Machtdemonstration am Sonntag zweifelt niemand mehr am 26. Meistertitel der Münchner.

Die Bayern wollen hingegen noch besser werden. "Es muss erkennbar sein, dass man gegen Bayern München keine Chance hat. Da sind wir auf dem Weg, aber noch nicht richtig gut", erklärte Sportvorstand Matthias Sammer.

"Diese magische Vier reizt uns extrem. Aber es ist der achte Spieltag, und wir bestreiten einen Marathonlauf", meinte Sammer bezüglich einem vierten Meistertitel. Den Zielstrich will der deutsche Rekordmeister am 28. Mai 2016 in Mailand überqueren, im Champions-League-Finale. Mit der Ligabestmarke von acht Siegen in den ersten acht Spielen wie in der Triple-Saison 2012/13 haben die Münchner schon einmal einen "wunderbaren Start" (Karl-Heinz Rummenigge) hingelegt.

Lust, Gier, Schärfe

Nach einem Viertel der Saison liegt Dortmund nun sieben Zähler hinter dem Tabellenführer, acht sind es für Schalke. Der Titelkampf ist schon wieder langweilig. Auch Thomas Tuchel zuckte nach seiner ersten Niederlage im 15. Pflichtspiel als Dortmund-Trainer resignierend mit den Schultern bei der Frage, ob die Bayern jemand aufhalten könnte.

"Es ist in der Summe zu gut. Abseits der Qualität ist es die Atmosphäre, die Bayern München geschaffen hat und die Pep (Guardiola, Anm.) wie schon einmal aufs höchste Niveau gedreht hat in Europa", philosophierte Tuchel und schwärmte: "Es ist die Haltung, die Bayern ausmacht, die Gier, die Lust, die Bescheidenheit, die Schärfe, auch gegen uns noch einmal schärfer zu spielen als gegen andere Gegner, immer Top-Level abzurufen."

26:3 Tore in sieben erfolgreichen Pflichtspielen lautete die Bilanz der Bayern seit der vorangegangenen Länderspielpause. Bei Dortmund müssen nun einmal die Wunden geleckt werden. "Wir müssen uns schütteln und neu aufstellen", verkündete Tuchel. Sein taktischer Plan mit Marco Reus als "frischem" Joker von der Bank und einer Raute im Mittelfeld ging nur in der Anfangsphase auf, da die Abwehr der Gäste gleich mehrmals patzte. Tuchel haderte besonders mit den ersten drei Gegentoren und sprach später von "drei Fehlern, die du in München nicht machen darfst".

Das Bayern-Ärgern, das Tuchel in der Vergangenheit mit seinem Ex-Klub Mainz mehrmals geglückt war und das sein Vorgänger Jürgen Klopp in seiner Borussia-Zeit zu einer Lieblingsdisziplin entwickelt hatte, muss er als BVB-Coach noch üben. Als kleiner Trost blieb, dass auch Klopp eines seiner ersten Bundesligaspiele gegen die Bayern im Herbst 2009 mit 1:5 verloren hat. (APA, red, 5.10.2015)

  • Matthias Sammer will es der Konkurrenz einimpfen: "Gegen die Bayern habt ihr ..."
    foto: apa/hassenstein

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