Audrey Chen: Sounds, die Geschichten erzählen

5. Oktober 2015, 16:14
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Die chinesisch-amerikanische Klangkünstlerin ist eine der Beitragenden zum PhonoFemme Festival im Wiener Konzerthaus

Stimme, Cello, gelegentlich analoge Elektronik – das sind die Elemente, aus denen die chinesisch-amerikanische Künstlerin Audrey Chen ihre Sprache entwickelt. Die klassisch ausgebildete Klangkünstlerin (mit Spezialisierung etwa auf Renaissancemusik) kombiniert ihre Instrumente zu einer radikal individualistischen Ausdrucksform. In ihrer stimmlichen Selbsterforschung hat sie sich auf der Bühne etwa bereits mit Phil Minton, Improvisationsurgestein und Experte für vokale Ekstatik, gemessen.

Audrey Chen ist eine der Beitragenden zum PhonoFemme-Festival, das heuer erstmals im Wiener Konzerthaus stattfindet. Andere sind die schwedische Punkmusikerin Sofia Härdig, die aus Slowenien stammende Avantgardistin Maja Osojnik und der spanische Groove-Experimentalist Asférico. Gemeinsame Sessions sollen den experimentellen Umgang mit allen Genres ermöglichen und stilistische Strenge aufbrechen, so die österreichische Komponistin und E-Violinistin Mia Zabelka, die PhonoFemme mitveranstaltet.

Unter dem diesjährigen Thema "Klang & Gestik" soll auch das Verhältnis von Musik zu körperlicher Bewegung den herkömmlichen Mustern und Genres enthoben werden. Was in Klassik eher verpönt, in Pop oder Rock erlaubt ist, soll in neuen Kontexten und getragen von den individuellen Zugängen der Künstlerinnen neu entstehen. Wobei für Zabelka selbst die Grenzüberschreitungen niemals Provokation, sondern viel eher ein Verarbeiten von Beobachtungen, ein Geschichtenerzählen mittels Sound ist. Die gemeinsame Sprache, die die Klangkünstlerinnen bei dem zweitägigen Festival erarbeiten, wird in abendlichen Performances referiert. (pum, 6.10.2015)

Wiener Konzerthaus, Berio Saal, 7. Oktober, 19.30, und 8. Oktober, 17.30

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