Ermittlungen gegen Fotografen wegen Grönemeyer-Videos

5. Oktober 2015, 14:56
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Männer behaupten, Sänger hab einen von ihnen verletzt – Staatsanwaltschaft: Geschehen möglicherweise verfälscht dargestellt

Köln – Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen zwei Fotografen, die behaupten, Herbert Grönemeyer habe einen von ihnen mit einer Tasche geschlagen und verletzt. Sie hatten ihn wegen Körperverletzung angezeigt und zum Beweis auf ein Video des Vorfalls verwiesen, das auch im Internet zu sehen ist. Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn sagte, gegen die Männer werde nun wegen falscher Verdächtigung ermittelt.

Die Fotografen hätten das Geschehen im Dezember 2014 auf dem Flughafen Köln/Bonn möglicherweise durch eine "manipulative Auswahl" der Bilder und "ausschnittsweise Darstellung" verfälscht dargestellt, hieß seitens der Staatsanwaltschaft. Der Schriftsteller Ferdinand von Schirach berichtet in der aktuellen "Spiegel"-Ausgabe, Grönemeyers Anwalt habe eine Videoanalyse und ein rechtsmedizinisches Gutachten zu dem Fall in Auftrag gegeben. Der Videoanalyse zufolge hat der Sänger den Fotografen "aller Wahrscheinlichkeit nach" gar nicht mit der Tasche am Kopf berührt.

Das rechtsmedizinische Gutachten ergab: "Insgesamt bestehen aus rechtsmedizinischer Sicht erhebliche Zweifel an der vorgetragenen Entstehungsgeschichte der Verletzungen." Nach Grönemeyers Aussage hatten die Fotografen ursprünglich nicht ihn, sondern seinen Sohn und seine Freundin fotografiert. (APA/dpa, 5.10.2015)

  • Herbert Grönemeyer
    foto: axel heimken/dpa

    Herbert Grönemeyer

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