Meinl Bank zieht sich aus Tschechien zurück

5. Oktober 2015, 13:50
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Bankfiliale in Prag wird geschlossen – Immobiliengeschäfte laufen weiter

Wien – Die Meinl Bank zieht sich nach knapp drei Jahren aus Tschechien zurück. Dies berichtete die tschechische Gratiswirtschaftstageszeitung "E15" (Montagausgabe), die die Entscheidung in Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Meinl Bank in Österreich bringt. Der Sprecher der Meinl Bank, Thomas Huemer, bestätigte den Rückzug.

Die einzige tschechische Filiale in Prag wurde per Ende September geschlossen, die Kunden sollen von Wien aus betreut werden. Als Grund nannte er "organisatorische Änderungen", um die Profitabilität der Meinl Bank weiter zu steigern. Prag werde trotzdem in der künftigen Wachstumsstrategie der Bank eine wichtige Rolle spielen, sagte Huemer. Im tschechischen Immobiliengeschäft bleibe die Bank weiterhin aktiv.

Die Meinl Bank war in Tschechien seit Anfang 2013 präsent. Sie wollte ihre Bankendienstleistungen reichen Tschechen, Russen und Ukrainern anbieten. "Die Zweigstelle der österreichischen Bank hat uns mitgeteilt, dass sie ihre Tätigkeit in der Tschechischen Republik beendet hat", bestätigte auch die Sprecherin der Tschechischen Nationalbank (ČNB), Kateřina Bartůšková.

Supermarktkette

Die Gesellschaft Julius Meinl hatte früher in Tschechien eine Supermarktkette betrieben. 2005 zog sie sich zurück und verkaufte die rund 60 Geschäfte an die niederländische Kette Ahold. Ende 2013 kehrte Julius Meinl nach Tschechien mit einem Delikatessengeschäft in Prag zurück. Dieses wurde jedoch nach knapp einem Jahr wegen zu geringen Interesses der Kunden geschlossen.

Die österreichische Justiz ermittelt seit Jahren gegen Julius Meinl und die Direktoren der Meinl Bank sowie weitere Personen. Die Vorwürfe insbesondere im Zusammenhang mit dem Immobilienfonds Meinl European Land (MEL) lauten auf Anlegerbetrug beziehungsweise Untreue. Die Beschuldigten respektive ihre Anwälte weisen die Vorwürfe entschieden zurück und haben ihrerseits zahlreiche Beschwerden eingebracht. Es gilt die Unschuldsvermutung. (APA, 5.10.2015)

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