Toyota GT86 CS-R3: Ein neuer Rallye-Heckler

Ansichtssache5. Oktober 2015, 13:52
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Die Toyota Motorsport GmbH baut den GT86 als CS-R3 neu auf, um wieder etwas Heck-Meck in den Rallyesport zu bringen.

foto: toyota

Das waren noch Zeiten, hm? Damals als die Rallyeautos noch mehr quer als grad über die Pisten flogen. Ford Escort, Lancia Stratos, Renault Alpine, Opel Kadett und Ascona und natürlich der Toyota Celica. Ove Anderson fuhr mit Letzterem im März 1976 und 1977 in Portugal aufs Stockerl, 1981 Björn Waldegård. 1990, 92, 93 und 94 holte sich Toyota dann mit dem Celica die Fahrerwertung der Rallye-Weltmeisterschaft. Carlos Sainz, Didier Auriol und Juha Kankkunen waren die großen Toyota-Rennfahrer.

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Als man sich unlängst bei Toyota an die schöne Zeit erinnerte – vielleicht um nicht so viel an Le Mans und die Formel 1 denken zu müssen – kam die Toyota Motorsport GmbH auf die Idee, den GT86 für die Rallye aufzubauen, und den Hinterrad-Saug-Boxer gegen die künstlich beatmeten Vierzylinder-Frontkratzer der Gruppe R3 – wie den Citroen DS3 – ins Rennen zu schicken.

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Da hat man nicht nur intern bei Toyota große Augen gemacht, sondern auch bei der FIA. Denn in der Zweiradantrieb-Klasse R3 wurden seit 1988 keine Hinterradler mehr homologiert. Jetzt musste erst ein neues Regelwerk erstellt werden, um den GT86-R3 überhaupt international starten lassen zu können.

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Inzwischen ist aber alles unter Dach und Fach, der Rallye-GT86 hat seine FIA-Homologation und das Auto wird heuer noch bei verschiedenen Rennen zu sehen sein. Quasi zum Gusto machen, bevor der Wagen 2016 im Rahmen der deutschen Rallye-Meisterschaft an den Start gehen wird. Dort fährt er um die HJS R3 Trophy, bei der es pro Runde ein Preisgeld von mehr als 5.000 Euro einzusäckeln gilt.

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232 PS Leistung und 235 Newtonmeter Drehmoment schickt der Vierzylinder-Boxer im CS-R3 über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe an die Hinterräder. Die Hinterachse hat natürlich ein Sperrdifferenzial. Eine wilde Heckschleuder ist der GT86 aber angeblich trotzdem nicht, so fein wurde das Fahrwerk abgestimmt.

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Der Saugmotor und der Hinterradantrieb werden aber dennoch ein Nachteil für den Toyota sein. Vorteile hat er dafür durch den niedrigen Schwerpunkt und klar werden ihm die Herzen zufliegen, wenn er quer durch enge Kurven fliegt. Dafür gibt es aber bekanntlich keine Punkte. Egal.

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84.000 Euro kostet der CS-R3 inklusive Antrieb und Fahrwerk. Den gibt es natürlich so nicht in der Verkaufshalle, sondern nur als Kit zum Selberbasteln. Aber das hat langfristig meistens auch seine Vorteile, wenn man jede Schraube seines Rennwagens schon einmal genauer gesehen hat, weiß, wer schon ein paar Rennen fuhr. (Guido Gluschitsch, 05.10.2015)

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