Android 6.0 Marshmallow veröffentlicht

5. Oktober 2015, 17:57
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Factory Images und Updates für bestehende Nexus-Geräte – Source Code folgt in Kürze

Google lockt mit neuen Süßigkeiten: Mit Android 6.0 Marshmallow hat der Softwarehersteller nun eine neue Generation seines Betriebssystems veröffentlicht, die wieder eine Fülle an Neuerungen mit sich bringt.

Umbau

War der Vorgänger Lollipop von optischen Umbauten im Rahmen des Materialdesigns dominiert, bringt Marshmallow vor allem wichtige Änderungen an zentralen Android-Mechanismen. Highlight ist dabei wohl das neue Berechtigungssystem, das den Nutzern deutlich mehr Macht an die Hand gibt. Ein ausführlicher Test von Android 6.0 mit allen neuen Funktionen folgt in Kürze.

Source Code

"Veröffentlichung" heißt in der heterogenen Android-Welt wie gewohnt vor allem eines: die Freigabe des Source Codes, die mittlerweile begonnen hat. Damit können Dritt-Firmware-Hersteller mit der Anpassung der neuen Version an die eigenen Bedürfnisse beginnen. Die großen Android-Anbieter bekommen hingegen üblicherweise schon einige Wochen vorab Zugriff auf den Quellcode einer neuen Version, damit sie mehr Spielraum haben, um ihre Updates zu schnüren.

Nexus first

Apropos Updates: Diese gibt es zum Start von Marshmallow wie gewohnt nur für Googles eigene Nexus-Linie. Nexus 5, Nexus 6, Nexus 7 (2013), Nexus 9 und Nexus Player stehen auf der Liste der noch unterstützten Geräte, die allesamt eine Aktualisierung auf die neue Version erhalten werden. Wie bereits berichtet, heißt dies auch, dass Nexus 4, Nexus 10 und Nexus 7 (2012) aus der Liste der unterstützen Geräte gefallen sind.

Update

Die Auslieferung der Updates hat laut Google mittlerweile begonnen, bis hier aber wirklich alle bestehenden Geräte beliefert werden, kann es erfahrungsgemäß auch ein bis zwei Wochen dauern. Ungeduldige Naturen mit dem nötigen technischen Fachwissen können insofern zu einem der bereits erhältlichen Factory Images von Android 6.0 greifen. Bei dessen Einspielen werden von Haus aus allerdings sämtliche Daten gelöscht, das Gerät muss also neu eingerichtet werden. Das lässt sich mit ein bisschen Bastelei deaktivieren, was aber wiederum zu allerlei Problemen führen kann.

Sideloading

Wer es nicht ganz so eilig hat, aber auch nicht warten will, bis das Update auf dem normalen Weg ankommt, muss darauf hoffen, dass die Adresse des Updates von Dritten aufgespürt wird. Ist diese einmal bekannt, kann das OTA per adb sideload manuell – und ohne Datenverlust – installiert werden. Auch hier ist natürlich eine gewisse Erfahrung mit den notwendigen Tools Voraussetzung. Einfache Regel: Wer mit Begriffen wie "adb" nichts anfangen kann, sollte es also besser bleiben lassen.

OTAs

Wer sich von diesen Warnungen nicht abschrecken lässt, findet bei Android Police eine Liste der bisher aufgespürten OTA-Pakete. Was die Sache dieses Mal etwas komplizierter macht, ist, dass Google – zumindest bei einzelnen Geräten – offenbar vor dem Update auf Android 6.0 noch separat die aktuelle Sicherheitsaktualisierung ausliefert. Dadurch müssen zwei OTA-Pakete hintereinander eingespielt werden.

Sicherheit

Android 6.0 enthält auch wieder eine ganze Reihe von Sicherheitsbereinigungen, die Google im aktuellen Nexus Security Bulletin zusammenfasst. Demnach wurden seit dem September-Patch-Day insgesamt 15 (!) kritische Lücken im Media-Framework Stagefright geschlossen. Dazu kommen noch diverse kritische Probleme in von Stagefright genutzten Bibliotheken. All diese Lücken werden dabei auch für das Nexus 4 und das Nexus 10 geschlossen, die statt Marshmallow einen neuen Android-5.1.1-Build (LMY48T) erhalten.

Premiere

Eine kleine Bemerkung am Rande: Mit Android 6.0 veröffentlicht Google zum ersten Mal seit Jahren eine neue Betriebssystemversion vor dem Verkaufsstart neuer Nexus-Geräte. Üblicherweise gibt eine neue Software-Release immer auf der neuen Hardwaregeneration ihr Debüt, dieses Mal werden bestehende Geräte zuvor bedient. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Google versucht, den Erscheinungstermin neuer Android-Versionen im Jahr weiter vorzuverlegen, um anderen Herstellern die Möglichkeit zu geben, ihre Updates noch vor Jahresende fertigzustellen. Und Nexus 5X und 6P werden aller Voraussicht nach ja erst Ende des Monats ausgeliefert werden. (Andreas Proschofsky, 5.10.2015)

  • Android 6.0 trägt den Codenamen Marshmallow.

    Android 6.0 trägt den Codenamen Marshmallow.

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