Neonazi-Schmierereien in Hohenems

5. Oktober 2015, 14:11
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Asylheim und jüdisches Viertel betroffen, Bürgermeister erhielt anonymen Brief

Hohenems – Kaum waren die ersten Asylsuchenden vergangenen Donnerstag in der Hohenemser Flüchtlingsunterkunft eingezogen, ist es zu Schmierereien an dem Haus gekommen. In der Nacht auf Sonntag wurden "Asylflut stoppen" und drei Hakenkreuze auf das Haus geschmiert. Neonazi-Codes, Hakenkreuze und ausländerfeindliche Parolen fanden sich an weiteren zwei Gewerbegebäuden und am Eingangstor des Jüdischen Museums.

Bürgermeister Richard Amann (ÖVP) hatte im Vorfeld einen anonymen Brief mit NS-Parolen und ausländerfeindlichem Inhalt bekommen. Der Verfassungsschutz ermittelt, die Polizei bittet um zweckdienliche Hinweise.

Amann: "Bruchlinie durch Stadt und Familien"

Vizebürgermeister Bernhard Amann (Grüne/Emsige) sieht das Klima in Hohenems seit der Gemeindewahl vergiftet: "Seit die FPÖ die Mehrheit hat, geht eine Bruchlinie durch Stadt und Familien." Für Amann sind die Schmierereien keine Einzelfälle: "Bei einem Juso wurden Scheiben eingeschlagen, auch in unserem Kulturzentrum. Die Rechten haben Oberwasser." Amann verweist aber auch auf die starke Zivilgesellschaft: "100 Ehrenamtliche haben sich zur Arbeit mit Flüchtlingen gemeldet. Das ist ein starkes Zeichen." (jub, 5.10.2015)

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