Antibiotikaverbrauch in der Geflügelhaltung gesunken

5. Oktober 2015, 11:35
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Gemäß Antibiotikabericht ging der Arznezimitteleinsatz von 2011 bis 2014 um 44 Prozent zurück

Wien – Laut dem am Montag veröffentlichten "Antibiotika Monitoring Report 2015" der Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV), dem ersten Bericht zum Einsatz dieser Arzneimittel, ist der Antibiotikaverbrauch in der heimischem Geflügelhaltung von 2011 bis 2014 um 44 Prozent gesunken.

Nur rund zweieinhalb Prozent des gesamten Antibiotikaverbrauchs in Österreich entfallen aktuell auf die Geflügelhaltung, betonte die QGV in einer Aussendung. 2011 wurden in diesem Bereich noch 4,71 Tonnen Antibiotika eingesetzt, 2014 waren es 2,66 Tonnen. Davon entfallen den Angaben zufolge 1,01 Tonnen auf Truthühner, 0,90 Tonnen auf Masthühner und etwa 0,48 Tonnen auf Legehennen. Deutlich dahinter kommen Elterntiere mit 0,18 Tonnen und Junghennen mit 0,09 Tonnen.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung nach Angaben der Vereinigung auf Investitionen der vergangenen Jahre. So verfüge Österreich heute über eines der dichtesten Kontrollsysteme in der Geflügelhaltung. Grundlage ist eine Datenbank mit der Bezeichnung Poultry Health Data (PHD), in der alle Impfungen und Antibiotikaverschreibungen durch Tierärzte dokumentiert werden.

Antibiotika nur in begründeten Fällen erlaubt

"Neben der zentralen PHD-Datenbank sorgen laufende Kontrollen, vollständige Herdendokumentationen sowie die elektronische Vernetzung von Zucht- und Mastbetrieben dafür, dass Erreger heute schneller erfasst und effektiver behandelt werden", hieß es in der Aussendung. Antibiotika dürfen ausschließlich von registrierten Betreuungsärzten und nur in begründeten Fällen verschrieben werden. Präventive oder leistungsfördernde Verabreichungen sind verboten.

Als zusätzlichen Sicherheitsfaktor wertet die QGV den Umstand, dass die Geflügelmast in Österreich großteils in der Hand von bäuerlichen Familienbetrieben liegt, weshalb es an keinem Standort zu großen Herdenkonzentrationen kommt. Das bringe ein geringeres Krankheitsrisiko und damit auch einen geringeren Bedarf an Antibiotikabehandlungen mit sich.

Österreich weist den Angaben zufolge im veterinärmedizinischen Bereich einen wesentlich geringeren Antibiotikaeinsatz auf als einige andere EU-Staaten. In Deutschland sei der Verbrauch, umgelegt auf die Nutztierpopulation, achtmal so hoch. "Damit weist Deutschland EU-weit den höchsten Antibiotikaeinsatz auf, dicht gefolgt von Spanien und Italien. Insgesamt ist der Antibiotikaverbrauch im Nutztierbereich dieser drei Länder höher als der aller anderen EU-Länder zusammen", erklärte die QGV. (APA, 5.10.2015)

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    foto: apa/helmut fohringer
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