England führt Gebühr für Plastiksackerln im Supermarkt ein

5. Oktober 2015, 09:49
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Die kostenlosen Einwegtaschen sind europaweit auf dem Rückzug

London – Das Gratis-Plastiksackerl ist in Europa auf dem Rückzug: Als letzter Teil Großbritanniens hat England am Montag eine Gebühr für die Tragetaschen eingeführt. Damit müssen Supermarktkunden ihre eigenen Taschen mitbringen oder fünf Pence – knapp sieben Cent – zahlen.

Allerdings gilt das zum Ärger von Umweltschützern nur in Geschäften von Unternehmen, die mindestens 250 Vollzeitbeschäftigte haben. Die Regierung hofft, dass der Verbrauch der Sackerln in Supermärkten um 80 Prozent zurückgeht. Bisher mussten sich Kunden oft geradezu wehren, wenn sie keine Einweg-Plastiksackerln wollten. Alleine in England wurden 2013 nach Regierungsangaben in größeren Supermärkten 7,4 Milliarden Sackerln ausgegeben, im Schnitt 133 pro Kunde.

Milliarden Plastiksackerln in der EU

Die EU hat ihren Mitgliedsstaaten im April mit einer Richtlinie freigestellt, kostenlose Plastiksackerln bis Ende 2018 zu verbieten oder die Zahl der verbrauchten Sackerln bis Ende 2019 auf 90 pro Einwohner zu reduzieren. Den jährlichen EU-weiten Verbrauch bezifferte die EU-Kommission mit 100 Milliarden Stück. Die große Mehrheit davon, 89 Prozent, werde nur einmal verwendet.

Der Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich lag laut Kommissionszahlen von 2010 bei 51 Stück – der drittniedrigste Wert unter allen EU-Staaten. Von diesen 51 Sackerln wurden 45 nur ein einziges Mal verwendet. Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hatte nach Bekanntgabe der EU-Pläne als österreichische Zielvorgabe verkündet, mit einer Branchenvereinbarung bis 2019 die Zahl der pro Kopf verbrauchten Sackerln auf 25 zu halbieren. (APA, dpa, 5.10.2015)

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