Gesundheitsprogramm für Migranten ausgezeichnet

5. Oktober 2015, 09:10
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European Health Forum zeichnet das Projekt Mimi aus – Eigenverantwortung als Ziel

Das Projekt Mimi des Vereins Ethno-Medizinisches Zentrum ist beim European Health Forum Gastein mit dem European Health Award ausgezeichnet worden. Mimi – Gesundheit mit Migranten für Migranten in Europa ist ein interkulturelles Gesundheitsprogramm von und für Menschen mit Migrationshintergrund. "Mit dem Preis werden Vorhaben gefördert, die sich mit der Entwicklung von nachhaltigen und innovativen Konzepten beschäftigen und sich aktuellen Herausforderungen wie Ungleichheiten des Gesundheitsstatus, Zugang zu Gesundheit- und Vorsorgeleistungen oder Verbesserung von Behandlungsmöglichkeiten erfolgreich annehmen", sagt Helmut Brand, Präsident des Internationalen Forums Gastein.

Das Projekt wurde 2003 in Deutschland gestartet. In Österreich ist die Volkshilfe in Wien und Linz Projektpartner.

Lotsen durch das System

Das Projekt basiert auf dem Interkulturelles-Setting-Ansatz, das heißt, Mimi bildet erfolgreich integrierte und engagierte Migrantinnen und Migranten, die über sehr gute Deutschkenntnisse und ein hohes Bildungsniveau verfügen, zu interkulturellen Gesundheitslotsen, sogenannten Mediatoren, aus.

"Ziel des Projekts ist es, bei Menschen mit Migrationshintergrund die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit und Präventionsmaßnahmen zu stärken und langfristig einen Beitrag zur Reduzierung von Ungleichheiten bezüglich der Gesundheitschancen zu leisten, indem ihnen die gleichberechtigte Inanspruchnahme von Vorsorgeangeboten sowie der Zugang zu relevanten Gesundheitsinformationen ermöglicht bzw. erleichtert wird", sagt Ramazan Salman, Gesamtleiter des Projekts.

Die Jury begründet ihre Auswahl unter anderem damit, dass die Initiative bereits weit entwickelt sei und ständig wachse. Mehr als 90.000 Personen mit Migrationshintergrund wurden in Deutschland und Österreich bereits angesprochen. Zudem können die Maßnahmen im Rahmen von Mimi mit relativ wenig Aufwand umgesetzt werden.

Aktuelle Herausforderung

"Das Projekt trifft natürlich gerade in diesen Tagen und Monaten den Nerv der Zeit und stellt einen wichtigen Beitrag dar, um die Herausforderungen der Flüchtlingskrise in Europa zu bewältigen", schreibt die Jury in ihrer Begründung. "Wir haben das Projekt auch ausgezeichnet, weil es einfach in andere Länder transferiert werden kann und es sich um eine technisch leicht umsetzbare Initiative handelt. Sie ist einfach, bietet eine Peer-to-peer-Ausbildung und hat es geschafft, eine große Zielgruppe zu erreichen."

Unterstützt wird der European Health Award vom Gesundheitsministerium und dem Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI). "Ungleichheit ist ein No-go – insbesondere im Hinblick auf die Gesundheit", sagt FOPI-Präsident Ingo Raimon. (red, 5.10.2015)

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