Smartphone macht Dauerstress

5. Oktober 2015, 08:54
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Ständige Erreichbarkeit lässt die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwinden – Hirnforscher warnt vor chronischem Stress

Der gebürtige deutsche Medizin-Nobelpreisträger (2013) Thomas Südhof warnt vor zu viel Stress durch Smartphones. "Es wundert mich nicht, dass viele Menschen an Burnout erkranken, wenn man sich anschaut, wie wir heute leben", sagte der 59-jährige Hirnforscher von der Universität Stanford in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Ein Grund seien die vielen Smartphones: "Wir sind nie mehr unerreichbar, nie außer Dienst. Per Mail stehen wir quasi minütlich im Kontakt zu unserer Arbeit. Das kann auf Dauer nicht gut sein." Das führe häufig zu chronischem Stress, der den Menschen und das Gehirn verändere.

Zeit limitieren

Der gebürtige Göttinger rät zu gezielten Auszeiten. "Das sagt uns unser gesunder Menschenverstand." Alles, was den Geist ablenke, helfe. "Das kann Sport sein, Yoga, ein gutes Buch oder Musik." Eltern empfiehlt der siebenfache Vater, den Medienkonsum ihrer Kinder zu überwachen: "Eine zeitliche Begrenzung ist notwendig."

Südhof untersucht, wie Hirnzellen untereinander kommunizieren und was etwa bei einem Burnout geschieht. Der Anruf des Nobelkomitees erreichte ihn 2013 auf der Fahrt zu einem Kongress – offensichtlich über ein Handy. Er versichert jedoch: "Ich selbst schalte um 20.00 Uhr alle elektronischen Geräte aus – und erst nach dem Frühstück wieder ein." (APA, 5.10.2015)

  • Smartphones haben die Menschen fest in Griff – vor allem im Beruf ist die ständige Erreichbarkeit gesundheitsgefährdend.

    Smartphones haben die Menschen fest in Griff – vor allem im Beruf ist die ständige Erreichbarkeit gesundheitsgefährdend.

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