Eurotunnel wegen Flüchtlingen stundenlang gesperrt

4. Oktober 2015, 17:00
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Frankreichs Innenminister will 220 Polizisten zusätzlich nach Calais schicken

Calais – Etwa 200 Flüchtlinge haben den Bahnverkehr durch den Eurotunnel unter dem Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien am Wochenende stundenlang lahmgelegt. Die Menschen hätten Zäune eingerissen, und etwa 120 seien in der Nacht zum Samstag bis zu 15 Kilometer weit in den Tunnel eingedrungen, teilte die Betreibergesellschaft mit.

Demnach gelangten die Flüchtlinge in einer organisierten Aktion zunächst in den Bahnhof im französischen Calais und liefen auf die Gleise. Dort lieferten sie sich Schlägereien mit Sicherheitskräften. Zehn Menschen, darunter zwei Polizisten wurden verletzt und 23 festgenommen.

Hunderte weitere Flüchtlinge blockierten unterdessen Laster, die auf die Züge für die Fahrt unter den Ärmelkanal verladen werden sollten. Inzwischen führen die Züge zwar wieder, aber deutlich langsamer als normal, erklärte die Betreibergesellschaft. Im Laufe des Samstagvormittags wurde dann eine Gruppe von rund 300 Migranten daran gehindert, zu Fähren im Hafen von Calais zu gelangen.

Zusätzliche Polizisten in Frankreich

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte 220 Einsatzkräfte zusätzlich an. Personal und Sicherheitsvorkehrungen in Calais waren in den vergangenen Wochen bereits mehrfach verstärkt worden.

In der nordfranzösischen Hafenstadt kampieren noch immer Tausende Flüchtlinge. Viele von ihnen versuchen, durch den Tunnel oder auf Fähren nach Großbritannien zu gelangen. Sie versprechen sich dort bessere Chancen und wollen deswegen keinen Asylantrag in Frankreich stellen. Seit Ende Juni kamen bei Versuchen, auf per Zug transportierten Lastwagen oder zu Fuß durch den Tunnel zu kommen, 13 Menschen ums Leben. (APA, 4.10.2015)

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