Bischöfe diskutieren über neue Familienbilder

4. Oktober 2015, 11:45
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Franziskus warnt vor Einsamkeit in menschlichen Beziehungen

Vatikanstadt – Papst Franziskus hat am Sonntag mit einer Messe im Petersdom die dreiwöchige Ordentliche Bischofssynode zur "Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute" eröffnet. 270 Bischöfe beraten bis zum 25. Oktober im Vatikan über den kirchlichen Umgang mit Familie und gewandelten Familienbildern in der Welt von heute.

314 Kardinäle, Patriarchen, Bischöfe und Priester zelebrierten die Messe zur Eröffnung der Synode. Es ist die zweite Bischofssynode im Pontifikat von Papst Franziskus nach jener im Herbst 2014. Österreich wird bei der Synode von Kardinal Christoph Schönborn, dem Feldkircher Bischof Benno Elbs und dem Wiener serbisch-orthodoxen Bischof Andrej Cilerdzic vertreten. Insgesamt beteiligen sich rund 400 Personen an der Weltbischofssynode: Neben den Synodenmitgliedern befinden sich auch 120 Berater, Experten, Beobachter und Gäste aus der Ökumene darunter.

Warnung vor Konsumgesellschaft

In seiner Ansprache warnte Papst Franziskus vor der heutigen, konsumistischen Kultur. "Man erlebt das Paradoxon einer globalisierten Welt mit vielen Luxuswohnungen, aber immer weniger die Wärme im Haus und in der Familie. Es gibt viel Spaß, aber immer mehr eine tiefe Leere im Herzen. Viel Freiheit, aber wenig Autonomie. Immer mehr Menschen fühlen sich einsam", sagte der Heilige Vater.

In der heutigen Welt sei es immer schwieriger, eine stabile Beziehung aufzubauen. "Die dauerhaft, treue und stabile, fruchtbare Liebe wird immer mehr verhöhnt und als Sache der Vergangenheit betrachtet", sagte der Heilige Vater.

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften

Die Arbeitssitzungen der Synode beginnen am Montag mit einer organisatorischen Ansprache von Synodengeneralsekretär Kardinal Lorenzo Baldisseri und einer thematischen Einführung vom Generalberichterstatter Kardinal Peter Erdö. Allerdings beschränkt dieser sich zunächst nur auf die erste der drei Themengruppen des Grundlagenpapiers. Die Einführung in den zweiten und den dritten Teil erfolgt zu Beginn der zweiten und der dritten Woche.

Gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Patchworkfamilien, künstliche Empfängnisverhütung und die Frage der wiederverheirateten Geschiedenen stehen ebenfalls zur Diskussion. Weitere Themen sind etwa Abtreibung, die Unterstützung lediger Mütter, Gewalt und sexueller Missbrauch in Familien, Konsequenzen aus den großen Migrationsbewegungen sowie die Weitergabe des Glaubens an die junge Generation in einem religionsfernen Umfeld.

Für Aufsehen sorgte im Vorfeld der Synode das Outing des polnischen Priesters und Vatikan-Theologen Krysztof Charamsa, der sich zu seiner Homosexualität bekannt hat. (APA, 4.10.2015)

  • Papst Franziskus warnt vor zu viel Luxus
    foto: apa

    Papst Franziskus warnt vor zu viel Luxus

  • Krysztof Charamsa sorgte im Vorfeld mit seinem Outing für Diskussionen
    foto: krysztof charamsa

    Krysztof Charamsa sorgte im Vorfeld mit seinem Outing für Diskussionen

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