US-Behörde: Schärfere Abgasregeln möglich

3. Oktober 2015, 15:56
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EPA: Neue Regeln hängen von Überprüfung weiterer Modelle ab – Behörde: Tests zeigen auch bei anderen Herstellern hohe Werte

Wolfsburg – Die US-Umweltbehörde EPA hält wegen des Abgasskandals bei Volkswagen schärfere Regeln für die gesamte Branche für möglich. Falls schärfere Emissionstests weitere Probleme ans Licht brächten, könnten weitergehende Änderungen notwendig werden, sagte Christopher Grundler, der bei der EPA für Verkehr und Luftqualität zuständig ist, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

"Wenn wir bei den Überprüfungen feststellen, dass diese Probleme nicht auf Volkswagen beschränkt sind, werden wir uns die Frage stellen müssen, ob wir regulatorische Veränderungen brauchen." Es seien aber keine massiven Verschärfungen für die gesamte Branche geplant.

Mit den Ende September überarbeiteten Methoden soll besser erkannt werden, ob Hersteller wie VW eine bestimmte Software nutzen, um Abgastests zu manipulieren. Diese half dem deutschen Konzern, Dieselfahrzeuge über Jahre als umweltfreundlicher darzustellen als sie eigentlich sind. Für die Tricksereien, die die EPA öffentlich machte, drohen VW Strafen in Milliardenhöhe. Die US-Behörde führt auch Tests auf der Straße durch, weil die von VW verwendete Software Simulationen im Labor verfälschte.

28 Modelle werden geprüft

Die internationale Behörde für umweltfreundliche Transportmittel, die die Nachforschungen zur Aufdeckung der VW-Affäre mitbeauftragt hatte, erklärte zuletzt, auch Fahrzeuge von Volvo, Renault und Hyundai hätten hohe Emissionswerte gezeigt. Die Tests hätten das Fahren auf der Straße nachgestellt. Der "Financial Times" zufolge weitet die EPA die Überprüfung von Dieselmotoren auf mindestens 28 Modelle von Herstellern wie BMW, Chrysler , General Motors, Land Rover und Mercedes aus.

Auch in Australien wird gegen VW ermittelt. Es soll geklärt werden, ob gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen wurde. Die Wolfsburger setzten dort den Verkauf bestimmter Modelle aus. Dies sei ein erster Schritt, teilte VW mit. Am Freitag hatten Vertreter von Europas größtem Autohersteller mit der australischen Regierung und Verbraucherschützern über den Fall beraten.

Website klärt auf

Von den Manipulationen bei Dieselmotoren sind nach Konzernangaben weltweit bis zu elf Millionen Fahrzeuge betroffen, davon 363.400 in Österreich. Auf der Seite volkswagen.de/info können Kunden mit ihrer Fahrgestellnummer herausfinden, ob Auto betroffen ist. Der Online-Check soll auch bald weltweit auf die nationalen Internetseiten integriert werden, in Österreich laut einem Sprecher Anfang nächste Woche.

Das deutsche Kraftfahrtbundesamt hat Volkswagen eine Frist bis Mittwoch gesetzt. Bis dahin soll der Konzern einen Plan vorlegen, wann die Fahrzeuge ohne Manipulationssoftware die Vorgaben einhalten. (APA, 3.10.2015)

  • Der Skandal um manipulierte Abgaswerte könnte nicht nur für VW Folgen haben. Die US-Behörde hält schärfere Regeln nicht mehr für ausgeschlossen.
    foto: ap / linsley

    Der Skandal um manipulierte Abgaswerte könnte nicht nur für VW Folgen haben. Die US-Behörde hält schärfere Regeln nicht mehr für ausgeschlossen.

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