Waltraud Cooper: Phänomene für den Frieden

2. Oktober 2015, 16:35
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Die Lange Nacht der Museen lockt Nachtschwärmer mit erweiterten Öffnungszeiten. In Wien wird es besonders bunt

Wien – Auf Regen folgt (mit richtigem Licht) Bogen. Allein deshalb ist das Phänomen äußerst beliebt – es verheißt Gutes. Und bekanntlich sollen am Ende des Regenbogens auch Gold und Glück warten. Nur: So schnell man auch läuft, der Rand des Regenbogens bleibt immer unerreichbar. Will man dieser naturgesetzlichen Gemeinheit trotzen, dann kann man dies ausnahmsweise im Rahmen der Langen Nacht der Museen tun.

Denn am 3. Oktober will die Lichtkünstlerin Waltraud Cooper einen Regenbogen über Wien spannen: Als Abschluss ihrer Trilogie "Weltweiter Regenbogen für Frieden" werden vom Heldenplatz bis zum Museumsquartier Gebäude in den Spektralfarben beleuchtet.

Cooper zaubert schon seit 1999 Regenbögen an Gebäude. Sie sieht in ihnen transkulturelle Gesten des Verstehens, des Fortschritts und der Zusammenarbeit.

Den Ausgangspunkt des diesjährigen Projekts bilden Beleuchtungen ikonischer Monumente auf allen Kontinenten (die Oper in Sydney wurde violett, die Torontoer Absolute Towers blau, das Kunsthistorische Museum in Wien grün und das brasilianische Oscar-Niemeyer-Museum gelb, das Olympia-Stadion in Peking orange und die Pyramiden in Ägypten rot bestrahlt), die in der Lichtshow in Wien gipfeln. Das Spektakel fällt auch mit dem Solidaritätskonzert für ein menschliches Europa auf dem Heldenplatz zusammen.

Die Galerien und Ausstellungsräume in ganz Österreich öffnen an diesem Abend erweitert von 18 bis ein Uhr. Neben den "Klassikern" können Interessierte mit einem Ticket auch allerhand Skurriles einsehen.

Man ist wohl gut beraten, die persönlichen Rosinen rechtzeitig aus dem viel zu großen Museumskuchen zu picken, wie beispielsweise die Sonderausstellung Joel-Meyerowitz-Retrospektive, die dem New-Color-Photography-Pionier gewidmet ist und durch die um 19 und 23 Uhr im Kunsthaus Wien geführt wird. Ein anderes Highlight: Im Mumok zeigt Akemi Takeya ihre Tanzperformance Lemonism gleich drei Mal. Dabei huldigt sie in zwanzig Miniritualen der gelben Frucht und stellt den "Körper als materielles Ich in den Mittelpunkt". (Florian Kutej, 2.10.2015)

3. 10., "Lange Nacht der Museen" in ganz Österreich, bis ein Uhr.

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Lange Nacht der Museen

  • Waltraud Cooper beleuchtet öffentliche Gebäude.
    foto: apa / harald schneider

    Waltraud Cooper beleuchtet öffentliche Gebäude.

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