Wien: Mehr als die Hälfte kennen eigenen Cholesterinspiegel nicht

2. Oktober 2015, 15:18
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Fast 37 Prozent der Teilnehmer am Gratis-Cholesterincheck hatten erhöhten LDL-Cholesterinwert, jeder 200. Österreicher leidet an Familiärer Hypercholesterinämie

Mehr als die Hälfte von rund 500 Wienerinnen und Wienern, die an einer Umfrage in Rahmen einer Aktion von FHchol Austria teilgenommen hatten, kannten ihren Cholesterinspiegel nicht. Bei einem daraufhin angebotenen Gratis-Cholesterincheck wurde bei fast 37 Prozent der getesteten Personen ein erhöhter LDL-Cholesterinwert ("schlechtes Cholesterin") festgestellt.

Durchgeführt wurde die Umfrage und der Gratis-Test anlässlich des Welt-Aktionstages zur Familiären Hypercholesterinämie (FH) am 24. September von der Patientenorganisation FHchol Austria. An der Umfrage in einem Wiener Einkaufszentrum nahmen fast 500 Personen teil, fast 70 ließen sich daraufhin gratis den Cholesterinspiegel vor Ort testen und von Experten beraten.

Cholesterinspiegel abklären

"Die Aktion und die hohe Anzahl von Teilnehmern mit erhöhtem LDL-Wert hat sehr klar vor Augen geführt, wie wichtig es ist, den Cholesterinspiegel zu kennen. Bei einer getesteten Person wurde aufgrund der Werte ein konkreter Verdacht auf FH festgestellt", sagt Hans Dieplinger von der Medizinischen Universität Innsbruck, der die Aktion begleitete

Familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist eine erblich bedingte Fettstoffwechselstörung, die bereits in jungen Jahren zu Atherosklerose und in der Folge zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen kann. Am 24. September fand dazu ein weltweiter Aktionstag statt, um auf diese häufige, aber unterdiagnostizierte Erkrankung aufmerksam zu machen: Eine von rund 200 Personen ist von FH betroffen – allerdings weiß nur jeder fünfte Betroffene davon.

"Mit dieser Aktion wollten wir auf diese heimtückische Stoffwechselstörung aufmerksam machen, die zwar chronisch, aber sehr gut therapierbar und damit in den Griff zu bekommen ist", so die Obfrau der Patientenorganisation FHchol Austria, Gabriele Hanauer-Mader.

Die Erkrankung

FH ist eine dominant vererbte, genetische Störung, die zur Folge hat, dass Verwandte ersten Grades (Kinder, Geschwister, Eltern) von Patienten mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit ebenfalls FH haben. Hat man die Genmutation geerbt, kommt es auch zur Erkrankung.

Anhand eines Cholesterintests und der Familiengeschichte kann der Arzt FH diagnostizieren. Durch die frühe Diagnose von FH und die Untersuchung von Verwandten ersten Grades auf FH ("Screening") kann das Auftreten von Atherosklerose oder Herz-Kreislauferkrankungen in jungen Jahren verhindert oder hinausgezögert werden.

Wird FH früh entdeckt, können gravierende Schädigungen des Herzens oder der Blutgefäße durch entsprechende Maßnahmen verhindert oder verzögert werden. Dazu gehören Verzicht auf Rauchen, regelmäßige Bewegung, adäquate Ernährung und Medikamenteneinnahme. (red, 2.10.2015)

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