Dortmund will Bayern ersten Kratzer zufügen

2. Oktober 2015, 13:29
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Alaba und Co. würden mit 8. Sieg im 8. Spiel Startrekord einstellen – Goalgetter Lewandowski bzw. Aubameyang im Fokus

München – Solo auf dem Weg zum Meistertitel oder offenes Rennen. Im Schlager der deutschen Fußball-Bundesliga zwischen Leader Bayern München und Verfolger Borussia Dortmund könnte am Sonntag (17.30 Uhr) bereits eine erste Vorentscheidung fallen. Die Münchner würden mit ihrem achten Sieg im achten Spiel die ebenfalls noch unbesiegten Dortmunder bereits sieben Zähler hinter sich lassen.

Die Bayern würden damit auch ihren Liga-Startrekord von acht Siegen aus der Saison 2012/13 einstellen. Dortmund hat demgegenüber die Chance, mit einem Erfolg voll in den Titelkampf einzusteigen und bis auf einen Zähler an den Rivalen heranzurücken. "Ich denke, ganz Fußball-Deutschland schaut sehr gespannt Richtung Sonntag", sagte Bayerns Offensivspieler Thomas Müller vor dem Duell in der mit 75.000 Zuschauern ausverkauften Allianz-Arena.

Dabei kommt es auch zum Aufeinandertreffen der beiden Liga-Toptorjäger. Bayerns Robert Lewandowski hat zehn Treffer auf dem Konto, Pierre-Emerick Aubameyang vom BVB ist mit neun Toren sein erster Verfolger. Lewandowski schwebt momentan auf einer Erfolgswelle, in den jüngsten drei Pflichtspielen gelangen ihm gleich zehn Tore, beim 5:0-Kantersieg am Dienstag in der Champions League gegen Dinamo Zagreb war er dreimal erfolgreich. "Ich freue mich, wenn ich Tore gegen Dortmund schießen kann und hoffe, dass wir gewinnen werden", will der polnische Stürmerstar auch seinen Ex-Club nicht verschonen.

Beim jüngsten Aufeinandertreffen der beiden Topteams in München erzielte sowohl Lewandowski als auch Aubameyang ein Tor. Nach dem 1:1 nach regulärer Spielzeit und Verlängerung fiel im DFB-Cup-Halbfinale am 28. April im Elfmeterschießen mit 2:0 die Entscheidung zugunsten der Dortmunder. Diesmal spricht nicht nur der starke Saisonstart und ein überragender Lewandowski für die Münchner. David Alaba und Co. wurden gegen Zagreb nicht gefordert und konnten daher Kräfte sparen. Die Dortmunder kamen demgegenüber erst am Freitag von ihrem Europa-League-Gastspiel bei PAOK Saloniki (1:1) zurück.

Coach Thomas Tuchel hatte allerdings in Griechenland mit Aubameyang, Mats Hummels, Ilkay Gündogan, Shinji Kagawa und Sokratis wichtige Stammkräfte geschont, um fitte Spieler für den Schlager parat zu haben. Kampfansagen gab es von den Dortmundern, die zuletzt mit dem 1:1 bei Hoffenheim und dem 2:2 gegen Darmstadt erstmals Punkte liegen ließen, keine. "Wir sahen und sehen uns nicht als Bayern-Jäger", sagte Borussia-Boss Hans-Joachim Watzke in der "Bild"-Zeitung.

Beide Trainer haben tolle Serien zu verteidigen. Die Dortmunder sind unter Neo-Trainer Tuchel nach 14 Pflichtspielen noch ohne Niederlage, die Bayern haben unter der Regie von Josep Guardiola von bisher 41 Spielen in der Liga-Hinrunde kein einziges verloren. "Die Mannschaft ist in guter Form", ist Guardiola guter Dinge. Die Dortmunder konnten aber vier der jüngsten sieben Pflichtspiele in München gewinnen.

Ebenfalls am Sonntag hat der Dritte Schalke 04 den von Peter Stöger trainierten Siebenten Köln zu Gast. Der Vierte Wolfsburg muss bereits am Samstag in Mönchengladbach bestehen. Die Borussia, die weiter ohne den verletzten Abwehrchef Martin Stranzl auskommen muss, will den Aufwärtstrend nach zuletzt zwei Siegen fortsetzen. Für Werder Bremen und ÖFB-Stütze Zlatko Junuzovic gilt es den Abwärtstrend nach drei Niederlagen hintereinander im Auswärtsduell mit Schlusslicht Hannover zu stoppen. Der Vorletzte VfB Stuttgart mit Florian Klein und Martin Harnik benötigt bei Hoffenheim dringend Punkte.

Eine doppelte Heimpremiere hat der stark gestartete Aufsteiger Ingolstadt im Visier. Im Spiel gegen Eintracht Frankfurt soll das erste Tor und der erste Sieg im eigenen Stadion in der Bundesliga bejubelt werden. Goalie Ramazan Özcan, Außenverteidiger Markus Suttner und Stürmer Lukas Hinterseer sollen ihren Beitrag leisten. "Mir wäre auch einmal ein dreckiger Sieg recht, es muss nicht immer ein Spektakel sein", sprach Ingolstadts steirischer Trainer Ralph Hasenhüttl Klartext. (APA, 2.10.2015)

Programm der 8. Runde der deutschen Fußball-Bundesliga:

Freitag (20.30 Uhr): SV Darmstadt 98 (Garics) – 1. FSV Mainz 05 (Baumgartlinger)

Samstag (15.30): Borussia Mönchengladbach (ohne Stranzl/verletzt) – VfL Wolfsburg, Hannover 96 – Werder Bremen (Junuzovic, Grillitsch), Hertha BSC – Hamburger SV (Gregoritsch), 1899 Hoffenheim – VfB Stuttgart (Klein, Harnik), FC Ingolstadt 04 (Özcan, Hinterseer, Suttner, Trainer Hasenhüttl) – Eintracht Frankfurt (Lindner)

Sonntag (15.30): FC Schalke 04 (Gspurning) – 1. FC Köln (Hosiner, Trainer Stöger). 17.30: FC Bayern München (Alaba) – Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen – FC Augsburg (Manninger)

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