Mindestens zehn Tote bei Anschlägen in Nordnigeria

2. Oktober 2015, 19:46
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Neue Anschlagsserie in Maiduguri

Maiduguri – In der nigerianischen Stadt Maiduguri haben sich vier Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und dabei mindestens zehn Menschen mit in den Tod gerissen. 39 weitere Menschen seien bei der Anschlagserie am Donnerstagabend im Nordosten des Landes verletzt worden, teilte das Militär in der Hauptstadt Abuja am Freitag mit.

Mutmaßliche Mitglieder der Islamistengruppe Boko Haram töteten außerdem nahe der Stadt Madagali elf Menschen.

Boko-Haram-Mitglieder

Behördenvertreter hatten zunächst berichtet, in Maiduguri hätten mindestens zwei Mädchen im Teenageralter Sprengstoffgürtel getragen. In der Erklärung der Streitkräfte hieß es lediglich, bei den Attentätern habe es sich um Mitglieder von Boko Haram gehandelt. Drei von ihnen sprengten sich im Bezirk Ajilari Cross in die Luft. Dort waren erst am 20. September bei einer Anschlagserie 117 Menschen getötet worden.

Der Abgeordnete für Madagali, Adamu Kamale, führte unterdessen im Parlament aus, bei Angriffen auf zwei Dörfer nahe der Stadt im nordöstlichen Bundesstaat Adamawa habe es am Mittwoch vier Tote gegeben. Am Donnerstag wurden demnach in einem anderen Dorf sieben Menschen getötet. Der Abgeordnete beklagte, dass der Staat die Menschen nicht ausreichend vor den Islamisten schütze, die im benachbarten Bundesstaat Borno besonders aktiv sind.

Boko Haram kämpft seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für die Errichtung eines islamistischen Staates. Im vergangenen Jahr weiteten die Boko Haram-Kämpfer ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus. Deren Regierungen schlossen sich daraufhin dem Kampf gegen Boko Haram an. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bisher mehr als 15.000 Menschen getötet, allein seit Juni gab es 1.600 Todesopfer. (APA, 2.10.2015)

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