Der Letzte, der ein Rassist ist

2. Oktober 2015, 16:38
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Donald Trump und seine speziale Art, kein Rassist zu sein, Amazon präsentiert Hälfte neuer Serien von Frauen, und Lena Dunham wird sich in sozialen Medien rar machen

Ich, ein Rassist? Als waschechter Sexist hat sich Donald Trump im Zuge seiner Präsidentschaftskandidatur ja längst positioniert. Und auch nach rassistischen Sprüchen muss man nicht erst suchen, stellte Franchesca Ramsey fest. Für ihre MTV-Webserie "Decoded" sammelte sie einige Sager von Trump, in denen er seine Art und Weise offenbart, "kein Rassist" zu sein. Eine großartige Beziehung habe er mit den Afroamerikanern, versichert der Darsteller mit der unverkennbaren Trump-Frisur. Und erst "die Mexikaner"! Auch die liebe er, und "die Chinesen" kenne er ganz genau, schließlich habe er an ihnen viel Geld verdient.

So geht das eine Weile in Ramseys Video, in dem Trump immer wieder betont, dass er der Letzte sei, der ein Rassist ist – Leute, die ihn kennen, wüssten das. Ein Video, über das man lachen und gleichzeitig weinen kann, heißt es auf Bitch Media. Schließlich sind es echte Zitate, und Donald Trump ist echter Präsidentschaftskandidat der Republikaner.

mtv news

Der angelernte Sexismus: Laura Bates hat sich für den "Guardian" aus Anlass der Kampagne "HeForShe" an Universitäten bei jungen Männern umgehört, wie diese es anstellen würden, um mehr Burschen in den Kampf für mehr Gleichberechtigung mit einzubeziehen. Ein großer Stolperstein, erfuhr Bates, sind auch hier Geschlechterstereotype. Einige sprachen von Ängsten, dass eine Gruppe negativ reagiere, wenn man aktiv gegen Sexismus auftritt. Zu viel und noch immer zu dominant seien herkömmliche Konzepte von Männlichkeit. Ein Student erzählt, er habe Feminismus immer für etwas gehalten, womit sich nun mal Mädchen und Frauen beschäftigen. Inzwischen finde er Teile der Bewegung inklusiver. Ein anderer Student hält fest: Junge Männer wären nicht per se sexistisch oder frauenfeindlich, vielmehr würde ihnen dies die Gesellschaft beibringen.

Punkt für Amazon: Der Versandhändler Amazon kann für einiges kritisiert werden. Dafür, wie der US-Konzern Steuern spart oder eine Monopolstellung herbeiarbeitet; und auch Gewerkschaften kritisieren Amazon immer wieder für seinen Umgang mit MitarbeiterInnen. Aber Amazon als Streaming-Dienst fährt wohl bei einigen kritischen Köpfen doch einen Pluspunkt ein. Die Hälfte der Pilotfolgen, die Amazon bald präsentieren wird, stammen von Frauen. In Hollywood kommen hingegen pro Jahr nur 18 Prozent der TV-Episoden von Frauen.

Social-Media-Pause: Um bei Serienmacherinnen zu bleiben: "Girls"-Erfinderin Lena Dunham (die aktuelle vierte Staffel startete am Donnerstagabend auf ZDF neo) hat erstmal genug von sozialen Medien, berichtet "The Cut". "Es war kein sicherer Raum für mich", sagte Dunham über Twitter, Instagram oder den Blog "Gawker". Ihre Social-Media-Präsenz habe derart viel Hass angelockt, dass etwas "Krebsartiges" in ihr gewachsen sei. Sie wolle allerdings die Beziehung zu ihren Followern nicht gänzlich kappen – vor kurzem war Dunham immerhin wieder auf Twitter aktiv. (red, 3.10.2015)

dieWochenschau versammelt einige feministische Debatten und Ereignisse der vergangenen Woche, die in Blogs, sozialen Medien oder anderen Zeitungen aufgetaucht sind.

  • Franchesca Ramsey suchte ein paar Kommentare von Donland Trump zusammen.
    foto: screenshot youtube

    Franchesca Ramsey suchte ein paar Kommentare von Donland Trump zusammen.

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