Westösterreicher am süddeutschen Wohnungsmarkt

6. Oktober 2015, 09:00
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Während der Expo Real tummeln sich zwar viele österreichische Entwickler in München – am Markt aktiv sind aber nur wenige. Der Vorarlberger Entwickler Zima stellte hier gerade sein erstes Wohnprojekt fertig

Im Münchener Stadtteil Perlach herrscht kurz vor Feierabend Betriebsamkeit: Vor wenigen Tagen wurden die letzten Wohnungen des Projekts "Leben am Ostpark" des Vorarlberger Bauträgers Zima übergeben. In den Gewerbeflächen im Erdgeschoß wird noch gewerkt, die Bänke im Außenbereich werden angebracht. Sobald sie montiert sind, lassen sich die ersten Passanten darauf nieder. Fast jeder, der vorbeigeht, bleibt stehen und wirft einen Blick auf die weiße Fassade mit ihren eingeschrägten Dächern.

"Wir wollten von der Architektur her etwas Einzigartiges schaffen", sagt Manfred Senff, Geschäftsführer der Zima Projektentwicklung Deutschland GmbH. Aber es ist nicht nur die Architektur, die Blicke auf sich zieht – sondern auch der Umstand, dass sie sich stark von ihrer Umgebung, die eher von trostlosen Plattenbauten dominiert wird, abhebt. Es habe durchaus Skeptiker gegeben, als sich das österreichische Unternehmen dazu entschlossen hat, in der Nähe des Ostparks sein erstes Projekt in München in Angriff zu nehmen, sagt Senff, denn die Gegend sei "ein bisschen in Verruf".

Perlacher als Käufer

Mittlerweile habe Zima der Erfolg aber recht gegeben: Alle 139 Wohnungen wurden bereits verkauft, rund 80 Prozent der Gewerbeflächen sind vermietet, berichtet Senff. Bei den Wohnungen hätten überwiegend Menschen, die in Perlach aufwuchsen – viele mit Migrationshintergrund – zugeschlagen. Die Quadratmeterpreise lagen bei bis zu 4700 Euro, die Penthäuser gingen für 5400 Euro pro Quadratmeter weg.

Das ist für München fast günstig: Die bayrische Landeshauptstadt führt die Rankings der teuersten deutschen Städte an. Der Durchschnittspreis liegt hier bei mehr als 5000 Euro pro Quadratmeter. Der Markt werde immer enger, sagt Senff. Das Angebot sei gering, die Preise würden weiterhin steigen: "Das ist für so eine Stadt nicht positiv." Die Stadt sei aber bemüht, Wohnraum zu schaffen.

Andere Mentalität

220 Wohnungen befinden sich derzeit in der Landeshauptstadt und ihrer Umgebung bei Zima in Planung oder in Bau, sagt Senff. Ambitionen für andere deutsche Städte – oder Wien – gebe es derzeit nicht, so Senff: "Wir sagen immer: Überall, wo man die Berge sieht und wo man uns versteht, gehen wir hin", sagt er schmunzelnd. Denn selbst in München sei die Mentalität schon eine andere: "Für ein Projekt hier braucht man einen Münchener Projektleiter", ist Senff überzeugt. Was jedoch die Grundrisse und die Ausstattung angeht, so seien sich Österreicher und Münchener weitgehend einig: Wohnküchen seien etwa sehr gefragt – was wiederum bei Käufern aus anderen Ländern gar nicht funktioniere. (Franziska Zoidl aus München, 2.10.2015)

  • Das erste Münchener Wohnprojekt des Vorarlberger Entwicklers Zima entstand im Stadtteil Perlach, unweit des Ostparks.
    foto: zoidl

    Das erste Münchener Wohnprojekt des Vorarlberger Entwicklers Zima entstand im Stadtteil Perlach, unweit des Ostparks.

  • Ende September wurden die letzten Wohnungen übergeben.
    visualisierung: zima

    Ende September wurden die letzten Wohnungen übergeben.

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