Celil Okers neuer Thriller: Quer durch Istanbul

6. Oktober 2015, 12:10
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"Lass mich Leben, Istanbul" bietet eine Verschnaufpause im Strom der brutaler werdenden Action-Krimis

Remzi Ünal, erfolgloser Expilot, im Zweitberuf Detektiv, lässt sich breitschlagen. Von einem Arzt, der seine verschwundene Freundin sucht. Schaut wie eine leichte Übung aus. Remzi geht die Sache gemütlich an. Schließlich sind wir in Istanbul. Erfahrungsgemäß wissen Freundinnen viel übereinander und Remzi sieht sich in eine Krankenschwesternclique eingesponnen, in der vieles verschwiegen wird. Außerdem ergeben sich Probleme.

Zum Beispiel: Wie in eine psychiatrische Klinik hineinkommen, in der eine angeblich unzurechnungsfähige Frau eingesperrt ist? Oder was tun, wenn im Schlafzimmer einer Zeugin ein Toter herumliegt?

Celil Oker bietet eine Verschnaufpause im Strom der brutaler werdenden Action-Krimis. Dass Remzi der Kampfkunst Aikido frönt, ist hilfreich, aber wann übt er eigentlich? Es wird viel Kaffee getrunken und geraucht, auf Gesetze wird gepfiffen. Glücklicherweise für den Leser gibt es eine Personenliste. Noch eine Frage an den Übersetzer: Was in aller Welt ist "Steckrübensaft"? (Ingeborg Sperl, Album, 3.10.2015)

Celil Oker, "Lass mich leben, Istanbul." Deutsch: Gerhard Meier. € 20,60 / 314 Seiten. Unionsverlag, Zürich 2015

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    foto: unionsverlag
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