Heizschwammerln im Schanigarten: Eine Umweltsünde?

Diskussion5. Oktober 2015, 08:00
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Heizpilze verlängern die Frischluftsaison um einige Monate. Die Gastronomie freut es, Kritiker bemängeln die Umweltbelastung

Die lauen Sommernächte sind längst vorbei. Das kühle Bier im Schanigarten ist bestenfalls in guter Erinnerung. Und doch will noch nicht so richtig Schluss sein. Wenn es nach den Gastronomen geht, dürfen und sollen die Gäste bis in die Abendstunden im Freien verweilen. Die gesetzlich geregelte Saison reicht derzeit von Anfang März bis Mitte November, ausgenommen sind Marktgebiete wie der Naschmarkt.

Die Nebensaison wird von den Lokalbetreibern gerne mit Heizschwammerln unterstützt. Der Umsatz kann noch einmal gesteigert werden, und Frischuftfanatiker kommen auf ihre Kosten. Umweltverbänden sind die Außenheizungen freilich ein Dorn im Auge: Viel zu hoch seien die Energiekosten, sagen sie.

Heizleistung einer großen Wohnung

Wie viele Heizschwammerln tatsächlich in Betrieb sind, lässt sich nicht sagen. Eine Genehmigung ist nämlich nicht erforderlich. Fest steht aber: Die Heizung für den Außenbereich verbraucht enorm viel Energie. Ein Heizpilz kann bis zu 14 Kilowatt Leistung benötigen, das entspricht der Heizleistung für eine mehr als 100 Quadratmeter große Wohnung. Die Geräte gibt es in elektro- und gasbetriebenen Varianten, beim Energieverbrauch stehen sie einander nicht viel nach.

Wie stehen Sie zum Frischluftheizen?

Geht das Interesse der Gastronomie über den Umweltschutz? Sitzen Sie selbst gern im beheizten Schanigarten, oder meiden Sie diesen bewusst? Würden Decken in der Übergangssaison auch ihren Zweck erfüllen? (ste, 5.10.2015)

  • Gut beheizt im Freien.
    foto: ap/ franka bruns

    Gut beheizt im Freien.

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