Mobile Ad-Blocker: Kürzere Ladezeit, ethisches Dilemma

2. Oktober 2015, 10:05
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Apple erlaubt nun mobile Ad-Blocker, sie sollen laut Tests für bessere Akkuleistung sorgen

Apples Entscheidung, ab dem neuen Betriebssystem iOS 9 mobile Ad-Blocker zu erlauben, hat für große Aufregung gesorgt. Beobachter sprechen von einem Frontalangriff auf Google, da die Werbeblockade nur Anzeigen im Browser (nicht in Apps) angreift – also das Kerngeschäft von Google attackiert. Ein Kampf, bei dem Medien (und Blogger) auf der Strecke bleiben könnten, da sie ihre Erlöse primär durch Werbung erzielen.

Schnellere Ladezeiten

Die New York Times hat nun getestet, ob Ad-Blocker aus Nutzerperspektive technisch Sinn ergeben. Drei Anwendungen – Crystal, Purify und 1-Blocker – wurden eingesetzt, mehr als 50 internationale Nachrichtenseiten überprüft. Das Ergebnis: Ad-Blocker sorgen naturgemäß für das schnellere Laden von Webseiten. So wurde beim Aufruf von "Boston.com" mit Ad-Blocker nur mehr 4 statt 19 Megabytes übertragen. Dadurch konnten die Tester 39 Sekunden schneller auf Inhalte zugreifen.

Akku-Leistung besser

Auch bei der "New York Times" und der "Los Angeles Times" war ein spürbar schnelleres Laden möglich. Die Tester probierten anschließend, wie lange der Akku eines iPhones mit Ad-Blockern hält, wenn durchgehend Websites geladen werden. Das Ergebnis: Rund 21 Prozent wurden gespart. Allerdings betrifft das nur Browsing im Netz, ein Großteil der Nutzeraktivitäten finden hingegen in Anwendungen statt. Dort verbietet Apple Werbeblocker auch weiterhin.

Weniger Inhalte

Ad-Blocker behaupten von sich, nicht das Geschäftsmodell von Medienunternehmen zerstören zu wollen, sondern zu viel überbordender Werbung entgegen treten zu wollen. Fraglich ist allerdings, ob Werbeblocker langfristig nicht zu einem Nachteil für Nutzer werden. Denn wenn zu viele Menschen solche Apps einsetzen, könnte es zu weniger frei verfügbaren Inhalten im Netz kommen. (fsc, 2.10.2015)

  • Mobile Ad-Blocker sind bei iOS künftig erlaubt
    foto: reuters/subprasom

    Mobile Ad-Blocker sind bei iOS künftig erlaubt

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