Premier: Irak will russische Luftangriffe gegen IS

1. Oktober 2015, 18:44
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Haider al-Abadi verteidigt Geheimdienstzusammenarbeit mit Iran, Russland und Syrien

Die irakische Regierung Irak hat sich offen für mögliche russische Luftangriffe im Land gezeigt. Solche Angriffe im Kampf gegen die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) seien "eine Möglichkeit", sagte der irakische Regierungschef Haider al-Abadi dem französischen Sender France 24.

"Wenn wir das Angebot bekommen, werden wir darüber nachdenken.", sagte Abadi. Bisher liege aber noch kein solcher Vorschlag aus Moskau vor. Russlands Präsident Wladimir Putin habe ihm zugesichert, dass es in Moskaus Interesse sei, gegen die IS- vorzugehen, weil er befürchte, dass Mitglieder der Jihadistengruppe nach Russland zurückkehrten, um dort Anschläge zu begehen.

Mangelnde Unterstützung

Die Regierung in Bagdad hat sich mehrmals über mangelnde Auslandsunterstützung im Kampf gegen die IS beklagt. "Wir haben erwartet, dass die internationale Koalition, dass die Amerikaner ihre Luftüberlegenheit benützen, um unsere Streitkräfte zu schützen", sagte Abadi am Rande der UN-Generalversammlung, "dies ist nicht eingetreten. Wir erhalten derzeit Unterstützung, aber nicht genug".

Abadi verteidigte die kürzlich vereinbarte Geheimdienstzusammenarbeit zwischen dem Irak, Iran, Russland und Syrien, die bei den US-Verbündeten Befremden ausgelöst hatte: "Russland verfügt über zahlreiche Informationen, und je mehr Informationen wir erhalten, umso besser können wir die irakische Bevölkerung beschützen", sagte er in dem am Donnerstag ausgestrahlten Interview.

Russland wäre bereit

Ein Vertreter des russischen Außenministeriums sagte laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti, Moskau sei nach Beginn der Luftangriffe in Syrien unter Umständen auch zu einem militärischen Eingreifen gegen den IS im benachbarten Irak bereit. Voraussetzung dafür sei aber eine Bitte der Regierung in Bagdad oder ein UN-Mandat.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte in New York, sein Land plane derzeit keine Luftangriffe im Irak. "Wir wurden nicht eingeladen, wir wurden nicht gefragt, und wir sind höfliche Menschen, wie Sie wissen – wir kommen nicht ohne Einladung." (red/APA 1.10.2015)

  • Haider al-Abadi vor der UN-Generalversammlung
    foto: epa/jason szenes

    Haider al-Abadi vor der UN-Generalversammlung

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