Zeitreisen für eine bessere Stadt

2. Oktober 2015, 09:00
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"Knick-Knack to the Future – Ruckzuck in die Zukunft" des Theaterkollektivs Copy & Waste

Graz – Als man jung war, da gab es im Ort noch eine Post, eine Bank und einen Supermarkt. Jetzt gibt es dort nichts von alledem mehr. Manch innerstädtischem Straßenzug ergeht es angesichts euphemistisch Fachmarktzentren genannter Hallenagglomerationen am Stadtrand ähnlich.

Aber es geht auch umgekehrt. Gentrifizierung heißt der Schritt von der Ödnis zur Belebtheit. Graz kennt den Vorgang: Als das Kunsthaus 2003 am (damals noch) "falschen" Murufer eröffnet wurde, war das wie ein Startschuss für die umliegende Gegend. Lokale, Shops und Cafés folgten dem Friendly Alien in den Grazer Outer Space, Lend- und Mariahilferplatz wurden zum "friendly place". Wer frühstücken, tanzen oder einkaufen gehen will, geht heute auch hierher.

Die Kehrseite des Prozesses, der Gegenden erst auf- und dann so überbewertet, ist, dass Wohn- und Arbeitsräume für jene, die sie kultiviert haben, unerschwinglich werden. Darum geht es in Knick-Knack to the Future – Ruckzuck in die Zukunft des Theaterkollektivs Copy & Waste.

"Cupcakes & Time Travel" heißt der Concept-Store, den Autor Jörg Albrecht und Regisseur und Schauspieler Steffen Klewar im tag.werk-Shop in der Mariahilferstraße hochziehen. Auf vollen Magen kann man sich da nach Einbruch der Dunkelheit vor oder zurück durch die Zeit hieven lassen, um zu verhindern, dass etwas geschehen ist, oder zu bewirken, dass bestimmte Dinge passieren.

Nach 2011 (Die blauen Augen von Terence Hill) ist es die zweite Arbeit des Duos beim Steirischen Herbst. Ihre Frage "Welche Art von Stadt wollen wir eigentlich?" ist höchst aktuell. (wurm, Spezial, 2.10.2015)

tag.werk, 14. bis 17. 10., 19.30


Spezial Steirischer Herbst ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit dem Steirischen Herbst. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

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