Kosovo: Nationalisten blockierten Parlament

1. Oktober 2015, 14:03
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Vetevendosje-Chef: Niemand hat das Recht, den Kosovo zu verkaufen

Prishtina – Aus Protest gegen den Annäherungsprozess zwischen Serbien und dem Kosovo hat die nationalistische Vetevendosje-Partei am Donnerstag bereits zum zweiten Mal binnen zehn Tagen eine Parlamentssitzung verhindert. Abgeordnete blockierten solange den Zugang zum Rednerpult, bis sich Parlamentspräsident Kadri Veseli gezwungen sah, die Sitzung zu unterbrechen.

Ziel von Vetevendosje ist es, die sogenannten Brüsseler Vereinbarungen mit Belgrad rückgängig zu machen. Diese sehen unter anderem die Bildung einer Gemeinschaft der serbischen Gemeinden vor, einer Art Autonomie der Kosovo-Serben im Norden des Landes bis Ende Dezember. Zuletzt einigten sich Prishtina und Belgrad zudem auf Abkommen im Bereich der Telekommunikation und der Stromwirtschaft.

Schon mehrfach wüste Szenen

"Niemand hat das Recht, den Kosovo zu verkaufen", sagte Vetevendosje-Chef Glauk Konjufca am Donnerstag. Man werde die Parlamentsarbeit solange blockieren, bis die Brüsseler Vereinbarungen rückgängig gemacht würden. Anders sah dies Parlamentspräsident Kadri Veseli: Vetevendosje werde es künftig nicht mehr gelingen, die Arbeit des Abgeordnetenhauses zu verhindern, kündigte er an, ohne Details zu nennen.

Bereits in der Vorwoche hatten sich im kosovarischen Parlament wüste Szenen abgespielt als Vetevendosje-Abgeordnete Premier Isa Mustafa mit Eiern bewarfen. Laut einem Bericht der kosovarischen Nachrichtenagentur Kosovapress sollen sogar Gläser geflogen seien, weshalb diese mittlerweile durch Plastikflaschen ersetzt worden sind. (APA, 1.10.2015)

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