Kreuzfahrt: Fallstricke und Umgang mit Mängeln

5. Oktober 2015, 15:28
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Auf das gesteigerte Interesse an Kreuzfahrten reagiert der Verkehrsclub ÖAMTC mit dem Ausbau seiner Services auf dem Gebiet

Ob Mittelmeer, Nordsee oder Karibik – Kreuzfahrten erfreuen sich steigender Beliebtheit. Knapp 134.000 Österreicher unternahmen im Jahr 2014 eine Hochseekreuzfahrt. Doch auch bei einer Reise mit dem Schiff kann die Urlaubsfreude durch unerwartete Probleme getrübt werden. Verspätung bei der Anreise, fehlendes Gepäck, Lärm oder ein entfallener Landausflug – die ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner kennt die typischen Ärgernisse und erklärt, wie man bei Problemen am besten reagiert.

"Verpasst man beispielsweise aufgrund einer Flugverspätung das Schiff am Hafen, ist man mit einer individuell gebuchten Anreise deutlich im Nachteil, weil man auf sich allein gestellt ist und im schlechtesten Fall sogar auf den Kosten sitzen bleibt", sagt die Expertin. "Hat man die Anreise jedoch pauschal mitgebucht, kümmert sich der Reiseveranstalter darum, dass die Passagiere oder deren Koffer zumindest ab dem nächsten Hafen an Bord kommen."

Was gilt als Reisemangel und was muss man hinnehmen?

"Von einem Reisemangel spricht man, wenn die versprochene Leistung nicht erbracht wurde, z. B. unzureichender Service durch fehlendes Animationsprogramm. Ein Mangel ist aber auch, wenn die Urlaubsfreude durch unerwartete Geschehnisse getrübt wird", erklärt die ÖAMTC-Juristin. "Dann besteht oftmals ein Anspruch auf Minderung des Reisepreises oder Schadenersatz." So kann man beispielsweise im Falle einer Routenänderung und daraus resultierenden entfallenen Landausflügen auf bis zu 80 Prozent Reduktion des anteiligen Tagesreisepreises hoffen – auch ein Schadenersatz ist denkbar.

"Unannehmlichkeiten und Störungen, die durch höhere Gewalt (z. B. schlechtes Wetter) begründet sind oder ein allgemeines Lebensrisiko darstellen (z. B. Diebstahl), müssen jedoch hingenommen werden", erklärt Pronebner. Nur in bestimmten Fällen höherer Gewalt ist eine kostenlose Stornierung der Reise möglich – wie im Falle von Krieg, einer Naturkatastrophe oder auch eventuell bei einem kurzfristigen Schiffswechsel.

Schiffstypische Geräusche wie laute Schläge beim Ankern oder einen gewissen Lärmpegel an Deck eines Partyschiffs muss man in der Regel in Kauf nehmen. Auch Übelkeit als Folge von starkem Seegang kann man nicht monieren – durchaus jedoch Übelkeit bzw. Erkrankung, die man sich nachweislich auf dem Schiff zugezogen hat, z.B. durch eine Lebensmittelvergiftung.

Mangel sofort reklamieren und Beweise sichern

"Bei jedem Mangel gilt: Umgehend den Reiseveranstalter informieren und Verbesserung verlangen. Außerdem sollten Beweise gesichert werden – beispielsweise in Form von Fotos oder Videos. Das unterstützt die spätere Geltendmachung von Ansprüchen", empfiehlt Pronebner. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub muss der Anspruch auf Reisepreisminderung schnellstmöglich beim Reiseveranstalter reklamiert werden. (red, 1.10.2015)

Clubmitglieder können sich bei Problemen an die kostenlose ÖAMTC-Rechtsberatung wenden, Kontakt unter www.oeamtc.at/rechtsberatung.

  • Nur in bestimmten Fällen höherer Gewalt ist eine kostenlose Stornierung der Reise möglich – wie im Falle von Krieg, einer Naturkatastrophe oder auch eventuell bei einem kurzfristigen Schiffswechsel.
    foto: öamtc

    Nur in bestimmten Fällen höherer Gewalt ist eine kostenlose Stornierung der Reise möglich – wie im Falle von Krieg, einer Naturkatastrophe oder auch eventuell bei einem kurzfristigen Schiffswechsel.

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