Nexus: Google antwortet auf Kritik an hohen Preisen in Europa

1. Oktober 2015, 09:00
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Geht auch auf Fehlen von Wireless Charging und andere Details von 5X und 6P ein

Bei Googles Android-Team scheint die neue Offenheit ausgebrochen zu sein. Gab man sich bisher immer äußerst zurückhaltend mit jeglichen öffentlichen Äußerungen, haben sich nun gleiche mehrere führende Mitarbeiter den Fragen der Reddit-Nutzer zu den neuen Nexus-Smartphones gestellt: Hiroshi Lockheimer, aktueller Android-Chef, Dave Burke, Leiter der Android-Entwicklung, und mit Krishna Kumar sowie Sandeep Waraich jene beiden Produktmanager, die für Nexus 5X beziehungsweise Nexus 6P zuständig sind.

Amoled auf aktuellstem Stand

Dabei liefern die Google-Mitarbeiter einige durchaus interessante Details: So wird das Amoled-Panel des Nexus 6P nicht nur von Samsung geliefert, es handle sich dabei auch um eines aus der aktuellsten Hardwaregeneration. Zuvor waren Gerüchte kursiert, denen zufolge Google von Samsung nicht die aktuellsten Panels erhält. Google betont zudem, dass man sehr viel Zeit in Farbkalibrierung gesteckt hat und die eigenen Vorgaben nur mit den aktuellsten Panels erreichen konnte.

Drahtloses Aufladen

Das von einigen kritisierte Fehlen von drahtlosem Aufladen erklärt man mit mehreren Faktoren. Einerseits sorge der USB-C-Anschluss dafür, dass das Anstecken deutlich weniger mühsam sei, zudem werde hierüber auch erheblich schneller geladen. Ein Nexus 6P sei etwa in 97 Minuten vollständig geladen. Dazu komme, dass die für Wireless Charging nötige Spule Smartphones dicker macht und man natürlich versucht habe, das Äußere kompakt zu halten.

Preispolitik

Auf die Frage, wie es sein kann, dass die neuen Smartphones in Europa so viel teuer sind als in den USA, geht Lockheimer hingegen nur vage ein. Hier würden viele Faktoren eine Rolle spielen, darunter auch unterschiedliche lokale Kostentrukturen und Vertriebskanäle. Gleichzeitig betont er aber, dass man die Kritik sehr ernst nehme, immerhin wolle man die eigene Community nicht enttäuschen.

Ist es das Zubehör?

Ein Statement von Huawei gegenüber dem WebStandard liest sich übrigens beinahe wortgleich. Auch hier beruft man sich auf Steuern, Gebühren, Service, Transport und andere Kostenfaktoren, die sich je nach Region unterscheiden. Allerdings fügt man hinzu, dass auch das Zubehör – also Kopfhörer und Co. – unterschiedlich sei. Ob das wirklich erklärt, wieso ein Nexus 6P in den USA ab 499 Dollar und in Europa um 649 Euro verkauft wird, sei dahingestellt. Immerhin läge der umgerechnete Preis mit Steuern bei circa 530 Euro, da müssten die Kopfhörer schon ziemlich luxuriös ausfallen.

Weniger auskunftsfreudig gibt sich LG im Bezug auf die Preisdifferenzen beim Nexus 5X. Da das Produkt in Kooperation mit Google hergestellt werde, könne und dürfe man selber keine Auskünfte zur Preispolitik geben, erklärt ein Vertreter des österreichischen Ablegers dem WebStandard. Bleibt die Frage offen, wieso Huawei sich zu dem Thema sehr wohl geäußert hat.

Kein USB 3.0

Eine weitere Klarstellung betrifft den USB-C-Anschluss: Entgegen anderslautenden Berichten sei dieser bei beiden Geräten "nur" ein USB-2.0- und kein USB-3.0-Anschluss. Wieso man dann auch in offiziellen Pressematerialien die Geschwindigkeit als Vorteil erwähnt hat, bleibt allerdings ein Rätsel.

Verschlüsselung

Viel Kritik musste das Nexus 6 vergangenes Jahr für die von Haus aus aktivierte Verschlüsselung einstecken, da diese logischerweise negative Auswirkungen auf die Disk-Performance hat. Auf die Frage, ob die neuen Geräte endlich hardwarebeschleunigte Verschlüsselung nutzen, antwortet man trotzdem mit Nein. Das aber aus einem durchaus interessanten Grund: Laut Burke ist die Softwarebeschleunigung mit ARMv8-64-Bit-Prozessoren schneller als die dedizierte AES-Hardware im Chip.

Nexus XP

Und auch auf die Wahl der Namen für die beiden Geräte geht Lockheimer ein: Das X stehe für den Kern der Nexus-Famile und das P für Premium. (Andreas Proschofsky, Georg Pichler, 1.10.2015)

  • Von links: Sandeep Waraich, Dave Burke, Hiroshi Lockheimer und Krishna Kumar.
    foto: google

    Von links: Sandeep Waraich, Dave Burke, Hiroshi Lockheimer und Krishna Kumar.

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