Relikte einer vergangenen Raumfahrt-Ära schimmeln vor sich hin

4. Oktober 2015, 19:13
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Bilder aus einem Hangar in Baikonur zeigen die Überreste des sowjetischen Shuttle-Programms in traurigem Zustand

foto: reuters/ilya naymushin

Während das US-amerikanische Raumfährenprogramm mit ihren Space Shuttles zumindest in einigen Bereichen große Erfolge feierte, konnte das ursprünglich anvisierte Hauptziel des Projektes Space Transportation System (STS) bei weitem nicht erreicht werden: durch wiederverwertbare Komponenten die Kosten für die bemannte Raumfahrt deutlich reduzieren. Im Gegenteil: der Betrieb der ab 1981 regulär eingesetzten Shuttles verschlang gewaltige Summen, weshalb das Programm 2011 nach 30 Jahren schließlich wieder eingestellt wurde.

Als die USA im Ringen um die Vorherrschaft im Weltraum nach den triumphalen Apollo-Missionen zum Mond die Nase vorne hatten, beschloss die Sowjetunion, ebenfalls ein Raumfährenprogramm auf die Beine zu stellen. Der Buran (Schneesturm) hatte äußerlich zwar großer Ähnlichkeit mit dem Space Shuttle, unterschied sich aber in einigen konzeptionellen Punkten von diesem.

Das Vorhaben sollte kläglich scheitern und schließlich zum Milliardengrab werden: Kein anderes Einzelprojekt in der sowjetischen Raumfahrt war größer und kostspieliger als der Buran – und doch wurde mit Buran 1.01 nur eine einzige Fähre fertig gestellt, die am 15. November 1988 das erste und einzige Mal, unbemannt, zwei Runden um die Erde drehte. Kurz darauf endete der Kalte Krieg und mit ihm das Buran-Programm. Eine zweite Fähre, Buran 1.02, blieb unvollendet.

Verfallende Raumfahrtgeschichte

Im Unterschied zu den Space Shuttles, die in Museen und Raumfahrtzentren prominent in Szene gesetzt wurden, rosten und schimmeln die Überreste des ehrgeizigen Buran-Projektes in einem herunter gekommenen Hangar im Kosmodrom von Baikonur vor sich hin. Der russische Fotografen Ralph Mirebs hat vor einigen Monaten Zugang zu diesem Relikt aus einer längst vergangenen Raumfahrtära erhalten, Gizmodo veröffentliche die deprimierenden Aufnahmen.

Die gesamte Szenerie in der Montagehalle erweckt den Eindruck, als hätten die Ingenieure vor 25 Jahren mitten in ihrer Arbeit die Werkzeuge niedergelegt und seien Nachhause gegangen. Ein weiteres Überbleibsel des Buran-Programms entdeckte der Fotograf Aleksander Markin auf dem Militärflugplatz von Ramenskoje bei Moskau: ein Holzmodell des Buran im Maßstab 1:3, das für Experimente im Windtunnel gebaut wurde. Auf seiner flickr-Seite vermeldete Markin kürzlich, dass dieses Modell mittlerweile zerstört worden ist.

--> Gizmodo: These Are the Sad Remains of the Soviet Space Shuttle Program

--> flickr/Aleksander Markin: Wind tunnel wooden model 1:3 scale of Buran

(red, 4.10.2015)

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