R wie Raunzen

1. Oktober 2015, 11:39
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DER STANDARD erklärt im Wien-Lexikon bis zur Wahl am 11. Oktober die wichtigsten Begriffe der Stadt

Raunzen; Verb aus dem Wienerischen. Es bezeichnet ein den Wienerinnen und Wienern nachgesagtes Alltagsverhalten, das sich mit jammern, klagen, beschweren oder nörgeln übersetzen lässt. Mit dem Raunzen verwandt ist das Granteln, also das schlecht gelaunte Murren. Dass jemand grantelt oder grantig ist, äußert sich häufig darin, dass er raunzt. Wichtig beim Raunzen ist ein weinerlicher Grundton – Selbstmitleid, Wehmut und Weltschmerz schwingen mit. Ein anschauliches Beispiel für diese Form wienerischen Mitteilungsbedürfnisses verkörperte der legendäre Theater- und Filmschauspieler Hans Moser (1880-1964). In seinen Rollen als Diener und Randgestalt – etwa in "Ober, zahlen!" aus dem Jahr 1957 – gestaltete er das richtige Wiener Raunzen bis zur Perfektion. (cmi, 1.10.2015)

Hans Moser in der Komödie "Hallo Dienstmann" von 1952.
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