"Times": Uni Wien auf Platz 142 der besten 800 Unis

30. September 2015, 22:00
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Leichte Änderung der Methodik – Uni Innsbruck stürzt ab

Wien – Ein Auf und Ab gibt es für die österreichischen Hochschulen in der jüngsten Ausgabe des "Times Higher Education World University Ranking". Die Uni Wien kam als beste heimische Uni auf Platz 142 – im Vorjahr hatte es nur zu Platz 182 gereicht. Allerdings wurde die Ranking-Methodik gegenüber 2014 leicht geändert. Steil hinunter ging es für die Uni Innsbruck (von Platz 201–225 auf 301–350).

Leicht verbessert hat sich die Medizin-Universität Wien: von Platz 251–275 in die Gruppe 201–250. Zwischen Platz 201 und 400 wird seit heuer in 50er-Schritten gerankt, ab Platz 401 in 100er-Schritten.

Leicht bergab ging es dagegen für die Technische Universität (TU) Wien (von Platz 226–250 auf Platz 251–300). Kalt-warm gab es für die Grazer Hochschulen: Die TU Graz scheint mit Platz 351–400 erstmals in den Top 400 auf – umgekehrt flog die Uni Graz (2014: 351–400) erstmals aus dieser Gruppe hinaus und findet sich jetzt zwischen 401–500. Als einzige weitere österreichische Hochschule in der von den besten 400 auf die besten 800 Unis ausgeweiteten Rangliste findet sich die Uni Linz ebenfalls in der Gruppe 401–500.

Größere Datenbasis, "realistischeres Bild"

Die Methodik-Änderung bezieht sich auf mehrere Faktoren: Die Ranking-Macher haben den Datenlieferanten gewechselt (von Thomson Reuters zu Elsevier). Der neue Anbieter fokussiert bei den Forschungsleistungen weniger stark auf die Publikation und Zitierung in Elite-Journalen, sondern greift auf eine größere Datenbasis und damit auch auf "kleinere" Zeitschriften zurück. Damit ergebe sich ein "etwas realistischeres Bild" bei den Forschungsleistungen, glaubt John Gill, einer der Ranking-Herausgeber. Leicht profitiert hätten davon vor allem kontinentaleuropäische Unis zulasten von Hochschulen aus dem angloamerikanischen Raum.

Auch bei der unter Wissenschaftern durchgeführten Reputationsumfrage habe man auf eine größere Durchmischung geachtet, meinte Gill. Außerdem wurden Publikationen mit mehr als 1.000 Autoren wegen möglicher Verzerrungseffekte nicht mehr einbezogen. Das habe eine "gewisse Volatilität" ergeben, weshalb die Ranking-Macher selbst von Vergleichen mit dem Vorjahr absehen.

Top 3 bleiben weiter top

Keine großen Änderungen gab es trotzdem auf den vordersten Plätzen: Auf Platz eins landete wie im Vorjahr das California Institute of Technology (Caltech), gefolgt von der University of Oxford (Großbritannien; 2014: Platz 3) und der Stanford University (USA, 2014: 4). Mit der Eidgenössisch-Technischen Hochschule (ETH) Zürich auf Platz neun schaffte es erstmals seit einem Jahrzehnt wieder eine kontinentaleuropäische Universität in die Top Ten (2014: 13) Die beste deutsche Hochschule, die Universität München, erreichte wie im Vorjahr Rang 29.

"Großer Gewinner" beim Ranking ist laut Gill Deutschland, das allein 20 Unis in die Top 200 bringt (bisher elf). Aber auch Österreich "kann zufrieden sein", meinte Gill. "Das Gesamtbild schaut ganz gut aus."

Sieben österreichische Unis unter Top 800

Insgesamt finden sich sieben österreichische Unis in den Top 800. Zum Vergleich: Norwegen ist mit vier Unis vertreten (beste Einrichtung: Uni Oslo auf Platz 135), die Schweiz mit zehn (ETH Zürich, Platz neun), Schweden mit elf (Karolinska Institut, Platz 28) und die Niederlande mit 13 (Wageningen University, Platz 47).

Keine Änderung gab es bei der Grund-Zusammenstellung der Rangliste: Sie basiert auf 13 Indikatoren aus den Bereichen Forschung, Lehre, Zitierungen, Internationalisierung und Einwerbung von Drittmitteln aus der Wirtschaft. Die beiden wichtigsten Faktoren sind einerseits die Befragung von mehr als 10.000 Uni-Forschern zu den Themen Lehre und Forschung sowie andererseits bibliometrische Indikatoren wie Veröffentlichungen und Zitierungen – sie tragen zu rund je einem Drittel zum Gesamtergebnis bei.

Weitere Faktoren sind die Lernvoraussetzungen (ausgezeichnete Lehrende, Einkommen der Lehrenden etc.) mit insgesamt 15 Prozent, Umfang von und Einnahmen aus Forschung (10,5 Prozent), Internationalisierung (fünf Prozent), sowie die anwendungsorientierte Forschung , die mit 2,5 Prozent zu Ergebnis beiträgt. (APA, 30.9.2015)

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