Krone.at zieht ORF in Fußballstreit mit oe24.at

30. September 2015, 16:32
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Auseinandersetzung um Internetrechte für die Fußball-WM 2014 – "Krone" beantragte Zeugenladung von ORF-Chef Wrabetz

Wien – Im Rechtsstreit um die Internetrechte für die Fußball-WM 2014 zwischen der "Kronen Zeitung" und der Gratiszeitung "Österreich" gerät der ORF immer mehr zwischen die Kontrahenten. Die "Krone" hat in der Causa nun auch eine Streitverkündung gegen den ORF vor Gericht eingebracht.

Hintergrund: Der ORF hatte mit der Krone Multimedia GmbH einen exklusiven, vom Weltfußballverband Fifa abgesegneten Lizenzvertrag geschlossen, der diese berechtigte, Spielszenen von der Fußball-WM auf krone.at zu zeigen. "Österreich" hatte eine solche Vereinbarung nicht, brachte auf seiner Seite oe24.at aber dennoch Ausschnitte der Matches. Die "Krone" klagte "Österreich" daraufhin beim Handelsgericht. "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner stützte sich vor Gericht auf das TV-Exklusivrechtegesetz, wonach Sendern ohne Exklusivrechte Kurzberichte erlaubt sind, und erklärte zugleich, dass ihm hochrangige ORF-Manager, darunter ORF-Chef Alexander Wrabetz, versichert hätten, dass oe24.at im Rahmen des Kurzberichterstattungsrechts sehr wohl Videoausschnitte zeigen könne.

Mögliche Schadenersatzforderungen an ORF

In der Streiterklärungsschrift der Krone-Multimedia-Anwälte, die der APA vorliegt, heißt es dazu: "Sollte sich wider Erwarten herausstellen, dass dies tatsächlich der Fall gewesen ist, so hätte der ORF erstens maßgeblich dazu beigetragen, dass die Beklagte in rechtswidriger Weise die von der Klägerin angekauften Lizenzrechte ausgehöhlt und den dadurch angestrebten Wettbewerbsvorteil zunichtegemacht hat."

Zweitens hätte der ORF dadurch laut den Anwälten seine "vertraglichen Schutz- und Sorgfaltspflichten gegenüber der Klägerin massiv verletzt" und die "Krone" "gröblichst wider Treu und Glauben geschädigt". Die Anwälte weisen auch auf etwaige Schadenersatzverpflichtungen des ORF hin.

"Krone" beantragt Zeugenladung von Wrabetz

Eine weitere Gerichtsverhandlung am Mittwoch, bei der unter anderen ORF-Finanzdirektor Richard Grasl als Zeuge geladen war, brachte keine Entscheidung. Nachdem auch Versuche des ORF, einen Vergleich zu vermitteln, zuletzt im Sand verlaufen sind, hat die "Krone" nun die Zeugeneinvernahme von ORF-Generaldirektor Wrabetz beantragt. Im ORF wollte man die Causa am Mittwoch nicht kommentieren, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. (APA, 30.9.2015)

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