Wada setzt Herzmedikament Mildronat auf Verbotsliste

30. September 2015, 15:33
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Die Anti-Doping-Agentur gibt eine neue Liste verbotener Substanzen heraus, sie tritt Anfang 2016 in Kraft

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat Meldonium auf die neue Liste der verbotenen Substanzen gesetzt. Das Mittel ist unter dem Markennamen Mildronat bekannt und wird Patienten verabreicht, die an mangelhafter oder fehlender Durchblutung eines Gewebes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden.

Laut Wada gibt es Hinweise darauf, dass das Mittel "von Athleten mit der Absicht der Leistungssteigerung" genutzt wird. Das Medikament wurde in Lettland entwickelt und stand bereits auf der Beobachtungsliste der Wada.

Pharma aus Lettland

Das Medikament wird von der lettischen Firma Grindek produziert und wurde vom lettischen Biochemiker Ivars Kalvins entwickelt. Kalvins Ansatz basiert auf der gezielten Verwendung natürlicher Wirkstoffe – im Gegensatz zu künstlich hergestellten. Er brachte Arzneimittel mit natürlichen Wirkstoffen auf den Markt, die zur Behandlung und Prävention von Schlaganfällen, Tinnitus, Herzinfarkten, Alzheimer sowie chronischen Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden.

Kalvins verzeichnete seinen größten Erfolg bislang mit Meldonium. Es gehört zu den erfolgreichsten medizinischen Exportprodukten Lettlands: Mildronat erzeugte 2013 einen Exportumsatz von rund 60 bis 70 Millionen Euro und macht 0,6 bis 0,7 Prozent der lettischen Gesamtexporte aus.

Koffein unter Beobachtungen

Der Motorrad-Weltverband FIM wird Alkohol künftig nicht mehr als Dopingverstoß sanktionieren, teilte die Wada mit. Man gehe allerdings davon aus, dass die FIM Alkoholmissbrauch nun nach ihren eigenen Regeln ahndet. Koffein und Nikotin wurden von der Wada auf die Liste jener Stimulanzien gesetzt, die künftig bei Wettkämpfen unter Beobachtung stehen.

Die modifizierte Liste der verbotenen Substanzen tritt am 1. Jänner 2016 in Kraft. (APA, 30.9.2015)

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