Britische Ärzte wollen Gebärmutter verpflanzen

30. September 2015, 13:49
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Frauen ohne Gebärmutter bekommen durch Organverpflanzung die Chance auf Erfüllung ihres Kinderwunsches – einstweilen kaum Erfolge

Nach der ersten erfolgreichen Gebärmuttertransplantation in Schweden wollen britische Chirurgen den teuren und komplexen Eingriff nun auch in Großbritannien wagen. Aus mehr als hundert als Empfängerinnen in Frage kommenden Frauen sollen im ersten Halbjahr 2016 zehn ausgewählt worden, kündigten die Mediziner am Mittwoch in London an.

Das Team wird von dem Gynäkologen Richard Smith vom Queen Charlotte's and Chelsea Hospital geführt. In Schweden hatte im vergangenen Jahr erstmals eine Frau nach einer solchen Transplantation ein Baby geboren.

"Es gibt einen angeborenen Wunsch bei vielen Frauen, ihr eigenes Baby auszutragen und dieses Verfahren kann es möglicherweise leisten, diesen angeborenen Wunsch zu befriedigen", sagte Smith. Etwa eine von 5.000 Frauen werde ohne Gebärmutter geboren, in anderen Fällen falle das Organ einer Krebserkrankung zum Opfer.

Riskant und kontroversiell

Die zehn Auserwählten müssen zahlreiche Kriterien erfüllen: Grundvoraussetzungen sind ein Alter unter 38 Jahren, ein gesundes Körpergewicht und eine lange Partnerschaft. Vor dem Eingriff werden Embryonen aus Eiern der Frauen und den Spermien ihrer Partner geschaffen und eingefroren. Die Gebärmütter stammen von hirntoten Spenderinnen.

Bisher sei nur für maximal zwei der sechsstündigen Operationen Geld vorhanden, sagte Smith. Für die geplanten zehn Eingriffe sind demnach insgesamt 500.000 Pfund (677.000 Euro) nötig.

Die 31-jährige Sophie Lewis hofft unterdessen, unter den ersten Patientinnen zu sein. Der Zeitung "The Times" sagte die junge Frau, nachdem ihr im Alter von 16 Jahren eröffnet worden sei, dass sie keine Kinder bekommen könne, sei es unmöglich, eine solche "Gelegenheit" auszuschlagen.

Eine erste Gebärmuttertransplantation schlug 2000 in Saudi-Arabien fehl, auch ein zweiter Versuch in der Türkei im Jahr 2011 war letztlich nicht erfolgreich, weil die Schwangerschaft in der sechsten Woche scheiterte. (APA, 30.9.2015)

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